Freitag, 7. Februar 2014

Der Januar in der Landbachaue

Januarwetter
Januarwetter
Der viel zu milde Januar brachte keine neuen Wintergäste in die Landbachaue. Durch die fehlende Schnee- und Eisdecke stand der Tierwelt ausreichend Nahrung zur Verfügung und an den helleren Tagen sonnte sich das Wassergeflügel an den Rändern der Wasserflächen. Insbesondere bei den Stockenten war erstes Paarungsverhalten zu beobachten und die jungen, noch nicht verpaarten Graugänse gingen auf erste Partnersuche innerhalb der bis zu 200 Vögel starken Gruppe.
Graugaense
Graugänse
Silberreiher
Silberreiher
Auch die Grau- und Silberreiher beginnen schon in ihr Prachtkleid zu wechseln, erkennbar an der verstärkten Färbung bei den Graureihern und der Ausbildung von Schmuckfedern bei beiden Reiherarten.
Als erste Rückkehrer, und eigentlich viel zu früh, war bei den Singvögeln zum Monatsende ein kleiner Trupp Rohrammern zu beobachten, der sich manchmal unter die standorttreuen Goldammern in der Landbachaue mischten.
Maeusebussard
Mäusebussard
Treue Wintergäste sind wieder die Mäusebussarde, vermutlich aus dem osteuropäischen Raum. Viele dieser Vögel weisen eine helle Färbung auf, aber ob sich darunter eventuell Raufußbussarde befinden lässt sich leider nicht seriös nachweisen. Hierzu müsste man schon die namensgebende Befiederung der Beine registrieren und so nahe lassen uns diese Greife nicht heran.
Eisvogel
Eisvogel
Täglich zu beobachten war der Eisvogel, der zwischen seiner Jagd auf Kleinfische oft längere Pausen einlegte und sich einfach nur die Sonne aufs Federkleid scheinen ließ.
Mehrfach konnten wir im Januar die extrem scheue Wasserralle kurz sichten, für ein Foto hat es leider nicht gereicht. Wir schätzen, dass es im Westteil der Landbachaue mindestens 3 Exemplare dieser Rallenart gibt. Meist gut versteckt im Schilf verraten sie sich häufig durch ihre laut quiekenden Rufe.
Saatkraehe
Saatkrähe
Graureiher
Graureiher
Falls es nicht noch zu einem stärkeren Wintereinbruch kommt, erwarten wir im Februar die Rückkehr des Storchenpaares. Endlich wieder Vögel, die sich – im Gegensatz zur zickigen Wasserralle – bequem beobachten lassen.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Dezember in der Landbachaue

Jan012014

Dohle
Dohle
Saatkraehe
Saarkrähe
Turmfalke
Turmfalke
Wacholderdrossel
Wacholderdrossel
Buchfink
Buchfink
Buntspecht
Buntspecht
Der Dezember mit seiner milden Witterung war ähnlich wie der Vormonat November. Neu zu beobachten waren durchziehende Saatkrähen, die – in Begleitung eines gleichgroßen Schwarms blauäugiger Dohlen – einen Zwischenstopp in der Landbachaue einlegten. Nach zwei Tagen waren diese Gäste allerdings wieder verschwunden und die in der Landbachaue allgegenwärtigen Rabenkrähen waren die schwarze Konkurrenz wieder los.
Da im Dezember die meisten Bäume und Sträucher ihr Laub abgeworfen haben, bietet sich jetzt weitgehend freie Sicht auf die überwinternden Vogelarten. Neben kleineren und größeren Schwärmen von Ringeltauben, Wacholderdrosseln, Buchfinken, Stieglitzen, Grünfinken und Schwanzmeisen waren Blau- und Kohlmeise, Zaunkönig, Rotkehlchen, Amsel, Eisvogel, Grünspecht und Buntspecht in geringer Anzahl bzw. einzeln zu beobachten. Bei den Greifvögeln waren es bis zu zehn Mäusebussarde in den Bäumen, Wanderfalke, Sperber und Turmfalke in der Luft.
Stieglitze
Stieglitze
Jagdfasan
Jagdfasan
Auf und an den Wasserflächen der Aue auch im Dezember die übliche Besetzung: Graugänse, Nilgänse, Stockenten, Krickenten, einzelne Schnatter- und Pfeifenten, Blässhühner, Zwergtaucher, Höckerschwäne, Grau- und Silberreiher. Dazu noch Bisamratten, die mittlerweile aus Röhricht und sonstigem Pflanzenmaterial ihre Winterbehausungen, die so genannten “Bisamburgen” errichtet haben und Nutrias, die beachtliche Teile von Zuckerrüben von den angrenzenden Äckern bis an den Bachlauf schleppen. Als als landgebunden zu beobachten: Jagdfasane, Feldhasen und Rehwild einzeln und in Guppen bis zu 11 Tieren.
Wasservogelversammlung
Wasservogelversammlung
Bisamburg
Bisamburg
Nutria mit Zuckerruebe
Nutria mit Zuckerruebe
Alles in allem auch im eigentlich stillen Monat Dezember viel Leben in der kleinen Landbachaue – wenn man bisschen die Augen offen hält.
Fotos und Text: Evelyn und Willi Benz

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Landbachaue im November

Im November nahm die sichtbare Artenvielfalt in der Landbachaue weiter ab. Amphibien und Reptilien sind in Winterruhe, die Sommergäste schon längst abgereist. Bleiben vor allem noch Vögel, die sich teilweise zu beachtlichen Schwärmen zusammenschließen. Anfang November, und damit eigentlich schon viel zu spät auf ihrem Weg in den Süden, übernachtete ein Schwarm von über 50 Rotmilanen auf den Bäumen am Westrand der Landbachaue. Ein imposanter Anblick, aber wegen dem trüben Wetter leider kaum zu fotografieren.

Ringeltaubenschwärme von über 500 Vögeln, aus Nord- und Osteuropa angereiste Mäusebussarde, Rabenkrähen und große Schwärme von Wacholderdrosseln, die sich im Flug von den perfekt organisierten Starenschwärmen leicht unterscheiden lassen, beherrschten überwiegend den Novemberhimmel.

Auf den Wasserflächen versammelten sich im November über 200 Graugänse, mindestens 50 Nilgänse und zum Monatsende hin über 300 Stockenten. Zwischen den Enten waren hin und wieder auch einige wenige Krickenten, Schnatterenten, Pfeifenten und Spießenten zu sichten. Außerdem immer präsent viele Blässhühner, Zwergtaucher und das Brutpaar Höckerschwäne mit seinen vier immer noch braun gefärbten Jungen, die erst im nächsten Jahr ihr Schwanenweiß präsentieren werden.

Nicht  zu übersehen waren auch die weißen Silberreiher, die vor Einbruch der Dunkelheit ihren gemeinsamen Schlafplatz anfliegen und sich dann dort leicht zählen lassen. Bis Ende November konnten wir 24 dieser Schreitvögel zählen, also zwei mehr als im November des vergangenen Jahres.

Auch an trüben Novembertagen wird's in der Landbachaue nicht langweilig. Dafür sorgt schon das Rote Höhenvieh, das trotz den niedrigen Temperaturen bauchtief im Wasser steht, immer auf der Suche fressbarem Grün.
Text und Fotos: Evelyn u. Willi Benz
Eisvogel
Mäusebussard
Grau- und Silberreiher
Nilgänse
Kein Wasserbüffel - Rotes Höhenrind
Rotmilane
Schnatterenten
Wacholderdrosseln

Montag, 4. November 2013

Oktober in der Landbachaue

Fischadler
Dunkler Wasserläufer
Der häufige Regen Anfang Oktober ließ den Wasserstand in der Landbachaue steigen, sodass die schlammigen Ränder der Wasserflächen durchweg überflutet waren - schlecht für durchziehende Watvögel, die bevorzugt in schlammigen Uferbereichen nach Nahrung suchen. Zu sichten waren dennoch eine Bekassine, drei Zwergstrandläufer, ein Dunkler Wasserläufer sowie ein Waldwasserläufer, der auch schon den Sommer über in der Aue zu beobachten war.
Bedingt durch den Jagdbetrieb rund um die Landbachaue waren die Grau- und Nilgänse wie auch die Stockenten überaus scheu und flogen schon bei einer Annäherung auf etwa 200 Meter von den Wasserflächen ab. Kanadagänse waren im gesamten Oktober nicht zu beobachten. Weniger scheu zeigten sich die mindestens 100 Blässhühner, die etwa 20 Zwergtaucher und die sechsköpfige Familie Höckerschwan.


Graureiher
Mäusebussard
Mäusebussarde und Sperber ließen sich im Oktober oft beobachten. Vereinzelt auch noch Rotmilane auf dem Durchzug, eine Rohrweihe und ein Baumfalke, die eigentlich alle schon Richtung Süden abgereist sein mussten. Prominenten Besuch bekamen diese Greife dann durch einen jungen Fischadler, der sich gut drei Wochen bis zum 20. Oktober in der Landbachaue sehen ließ.
Von den zurückkehrenden Silbereihern waren bis Ende Oktober mindestens 18 Exemplare zu zählen. Wir gehen davon aus, dass sich diese Population bis zum Beginn des Winters noch vergrößern wird.

Fotos: Evelyn u. Willi Benz
Kormorane
Zwergstrandläufer
Graugänse
Silberreiher
Zwergtaucher
Höckerschwäne

Montag, 14. Oktober 2013

Junger Fischadler

Foto: Willi und Evelyn Benz
Die eigentlich winzige Landbachaue ist immer wieder mal für eine 
Überraschung gut. Ein neues Highlight, ist nun ein Fischadler, der sich seit gut zwei Wochen in der Aue herumtreibt. Die erste Sichtung war am 27. September in der 
Abenddämmerung. Allerdings konnten wir den Vogel in einer Entfernung von 
höchstens 50 Meter durch die sehr schlechte Sicht nicht bestimmen. Auch 
an den Folgetagen gab es immer wieder kurze Beobachtungen aus größerer 
Entfernung und wiederum nur Rätselraten. Heute Nachmittag und bei bestem 
Wetter  gab's dann die große Flugschau über der westlichen Landbachaue.
Gute 15 Minuten kreiste der Adler in größerer Höhe über der 
Wasserfläche, um zwischendurch mehrmals recht schwerfällig zu rütteln. 
Danach flog er in Richtung Allmendfeld ab. Etwa eine Stunde später sahen 
wir in nochmals beim Überfliegen der Landbachaue von West nach Ost. 

Sonntag, 6. Oktober 2013

September


Nachdem die beiden Jungstörche in der zweiten Augusthälfte abgereist waren, konnten sich die Elternstörche im September auf ihre Abreise in den Süden vorbereiten. Es hatte den Anschein, dass das Brutpaar nun wieder näher zusammenrückte, denn es war nun stets gemeinsam bei der Nahrungssuche auf den abgeernteten Äckern zu beobachten.  Das Nest wurde ebenfalls gemeinsam vor Einbruch der Dunkelheit angeflogen, bei Regenwetter auch eine Stunde früher. Nach unseren Beobachtungen fliegen die Störche der Landbachaue in der Regel nur bis zur Dämmerung - im Gegensatz zu den Graureihern und den Stockenten, die noch in der Dunkelheit unterwegs sind.

Mehrfach wurden im September die Störche allerdings von ihrer Übernachtung auf dem Nest abgehalten. Schüsse von Jägern am Rand der Landbachaue vetrieben sie von ihrem Nest bzw. hielten sie von der abendlichen Landung ab. In diesen Fällen flog das Paar dann sein ehemaliges Nestgebiet 800 m weiter südlichöstlich an und übernachtete dort getrennt auf den hohen Silberpappeln.

Am 21. September, dem ersten Schönwettertag nach einer kurzen Schlechtwetterperiode, hat das Storchenpaar die günstige Thermik genutzt und ist auf seine Reise in den Süden aufgebrochen. Das ist genau drei Wochen später als im Vorjahr, in dem das Paar letztmals am 30.  bzw. 31. August zu beobachten war.

Wie in den Vorjahren kehren mit der Abreise der Störche die Silberreiher von ihren Sommerquartieren in die Landbachaue zurück. Ende September waren die ersten acht dieser weißen Schreitvögeln zu zählen. Auch sonst stehen Ende September in der Landbachaue die Zeichen auf Herbst. Viele Singvogelarten sind abgezogen und durchziehende Greifvögel machen Zwischenstopp. Fehlen jetzt nur noch die durchziehenden Watvögel, die an den schlammigen Ränder der Wasserflächen in der Aue nach Nahrung suchen.

Fotos: Evelyn u. Willi Benz


Silberreicher




















Ringelnatter
































Abreise


Brutpaar

Futtersuche


Schlafplatz
Herbst-Mosaikjungfer

Nutrianachwuchs





Sonntag, 8. September 2013

Ruhiger August in der Landbachaue

Im Gegensatz zu den Vorjahren konnten wir nicht ein einziges Mal die komplette Familie bei der gemeinsamen Nahrungssuche beobachten. Während die Elternstörche oft im weiteren Umkreis unterwegs waren, zeigten die beiden Jungstörche eine offensichtlich starke Bindung an das Nest.
Der August startete mit hohen Temperaturen, sodass die beiden Elternstörche öfter an den Wasserflächen der Landbachaue anzutreffen waren und dort im knietiefen Wasser neben ihrer Nahrung auch Abkühlung fanden. Die beiden Jungstörche blieben hingegen blieben auf den abgeernteten Äckern in der unmittelbaren Umgebung ihres Nestes, zu dem sie auch tagsüber immer wieder zurückkehrten, um Ruhepausen einzulegen. Auf dem Nest erfolgten in der ersten Augustwoche auch noch Fütterungen durch die Eltern. Später wurden diese Fütterungen auf dem Nest dann vollständig eingestellt und die seit drei Wochen flüggen Jungstörche mussten nun selbst für ihre Verpflegung sorgen.
Beide Jungstörche waren letztmals am 18. August zu sichten, dannach hat sich der kleinere wohl den Jungstorchtrupps in der Region angeschlossen, um die gemeinsame Reise in den Süden anzutreten. Der größere Nachwuchsstorch war bis zum 21. August zu beobachten und hat sich dann ebenfalls auf die Reise gemacht.
Nach der Abreise der Jungen übernachtete das Elternpaar wieder gemeinsam auf dem Nest. Tagsüber waren sie in der weiteren Umgebung unterwegs, das Nest diente nur noch als Schlafplatz.

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