Montag, 31. März 2014

Der März in der Landbachaue

Das anhaltende Schönwetter im März begünstigte erwartungsgemäß die stationäre Vogelwelt in der Landbachaue wie auch die Rückkehrer aus den Winterquartieren. Während die meisten Enten und Gänse zum Monatende noch brüteten, führten zwei Nilganspaare schon stolz ihre zur Monatsmitte geschlüpften Küken aus.
Aus den Winterquartieren zurück sind unter anderem Singdrossel, Zilpzalp, Blau- und Schwarzkehlchen. Schwarzmilan, Rohrweihe, Baumfalke und die ersten Rauchschwalben waren schon bei ihrer Insektenjagd über den Wasserflächen der Aue zu beobachten. Auch die ersten durchziehenden Limikolen, wie Bekassine, Waldwasserläufer und Kampfläufer, waren ab Mitte März zu beobachten und die Ringelnattern genossen nach ihrer Winterruhe ein erstes Sonnenbad.
Als Überraschungsgast lies sich Anfang März eine den Neozoen zuzurechnende Schwanengans, eng mit einer Graugans verbandelt, für ein paar Tage in der Landbachaue blicken.
Die im März ebenfalls wachsende Anzahl von zurückkehrenden Weißstörchen dürfte bei dem Brutpaar in der Landbachaue weniger Begeisterung auslösen. Tägliche Nestverteidigung und Vertreibung dieser “Fremdstörche” gehörte dann in diesem Monat zum Alltag dieses Paares, das nach unserer Beobachtung am 19. März das erste Ei gelegt hatte und seit dem 23. März fest brütet. Mit dem Storchennachwuchs wäre demnach um den 23. April zu rechnen.
Wie schon in den Vorjahren hat das Storchenpaar ab Brutbeginn seinen Aktionsradius um sein Nest stark eingeschränkt, um in Nestnähe auftauchende Fremstörche sofort vertreiben zu können. Dadurch mag es ihm entgangen sein, dass in knapp 2,5 km Entfernung vom Nest und etwa 300 m nördlich des Erlensees ein weiteres Storchenpaar klammheimlich mit dem Nestbau auf einem abgebrochenen Baumstamm begonnen hat. Der Nestneubau ist zwar noch rudimentär, aber die Familienplanung läuft bei diesem Paar nachweislich schon auf Hochtouren.
Fotos: Evelyn und Willi Benz
Angriff auf Fremdstorch
Angriff auf Fremdstorch
Konkurrenzpaar am Erlensee
Konkurrenzpaar am Erlensee
Luftraumbeobachtung
Luftraumbeobachtung
Angriffslustig
Angriffslustig
Bauarbeiten
Bauarbeiten
Brutgeschäft
Brutgeschäft
Kampfläufer
Kampfläufer
Kiebitz und Bekassine
Kiebitz und Bekassine
Waldwasserläufer
Waldwasserläufer
Nilgansnachwuchs
Nilgansnachwuchs
Ringelnatter
Ringelnatter
Rotmilan
Rotmilan
Schwanengans
Schwanengans

Freitag, 14. März 2014

Badetag

Das Ende Februar zurückgekehrte Brutpaar der Vorjahre hat sich erwartungsgemäß wieder fest eingenistet und ist neben der Nahrungssuche hauptsächlich mit der Reparatur und dem Ausbau des Nestes beschäftigt.
Das außergewöhnliche, anhaltende Schönwetter animierte die Rotbeinigen zu nicht alltäglich zu beobachtenden Aktivitäten: Ein Vollbad in den Fluten der Landbachaue, mit dem Ergebnis, dass die Beiden nun ihrer Bezeichnung “Weißstorch” wieder alle Ehre machen.
Evelyn und Willi Benz
01_Zoegern
Zögern
02_Krokodiltest
Krokodiltest
03_Kopfsprung
Kopfsprung
04_Drin
Drin
05-Kalt
Kalt
06_Storch-nass
Storch-nass
07_Nix-wie raus
Nix-wie raus
08_Gut-schuetteln
Gut-schütteln
09_Trocknungstanz
Trocknungstanz


Freitag, 28. Februar 2014

Der Februar in der Landbachaue

Fremdstorch
Fremdstorch
Die HausherrschaftIm Februar ist Start in die Storchensaison in der Landbachaue. Pünktlich zum Monatsersten war dann dann auch der erste Weißstorch zu beobachten, der das Nest auf dem vom NABU Pfungstadt vor einigen Jahren aufgestellten Mastes am Westrand der Aue übersegelte. An den Folgetagen ließen sich dann weitere Überflieger sehen, die das Nest allerdings ebenfalls ignorierten.
Gefiederpflege
Gefiederpflege
Am 16. Februar landete dann ein am linken Bein beringterer, sichtlich erschöpft wirkender Storch mit angeschmutztem Gefieder auf einer Silberpappeln in der westlichen Aue: mit Sicherheit ein Rückkehrer aus dem Süden.
Harmonie
Harmonie
Einen Tag später landete dann ein weiterer Storch (ohne Beringung) in der Landbachaue, schloss sich an den nächsten beiden Tagen mit dem Amkömmling vom Vortag zusammen und belegte im ihm gemeinsam das Nest. Dass es nicht das Brutpaar der letzten drei Jahre sein konnte war eindeutig, denn beim alten Brutpaar ist das Männchen zwar ebenfalls unberingt, aber das Brut-Weibchen trägt einen Ring am rechten Bein. Zudem wirkte der unberingte Storch kleiner und jünger als der Hausherr der letzten drei Jahre.
Portrait Brutpaar
Portrait Brutpaar
Durch die gelungene Ringablesung konnte die Herkunft des linksberingten Storches schnell geklärt werden. Nach Auskunft von Klaus Hillerich (NABU Landesarbeitsgruppe Weißstorch) handelt es sich um einen Storch, der im Juni 2011 als Nachwuchs auf einem Nest im Vogelpark Lampertheim beringt wurde und somit ein Brutanfänger wäre. Aus den zu beobachteten Kopulationen des Paares stand dann auch schnell fest, dass dieser Storch weiblich ist.
Vertrautheit
Vertrautheit
Das also neue Storchenpaar begann rasch mit Ausbau- und Reparaturarbeiten am Nest, das zwischendurch auch wacker gegen weitere Ankömmlinge verteidigt wurde. Am 26. Februar war damit allerdings Schluss, denn das alte Brutpaar (eindeutig erkennbar an der Ringnummer dieses Weibchens und dem Vergleich des Schnabel des unberingten Männchens aus vielen Fotoaufnahmen)  der vergangenen drei Jahre war aus dem Winterquartier zurückgekehrt und thronte wieder auf dem Nest. Vom vorherigen, von der alten Hausherrschaft sicherlich energisch vertriebenen neuen Paar ist seitdem in der Landbachaue nichts mehr zu sehen. Es sieht nun ganz danach aus, dass das Storchenpaar der Landbachaue in seine vierte Brutsaison starten wird.
Vertriebenes Paar
Vertriebenes Paar
Fotos und Text: Evelyn und Willi Benz

Mittwoch, 19. Februar 2014

Storchenhorst in der Landbachaue ist wieder bezogen

Pfungstaedter Storch
Das Nest an der Landbachaue ist wieder bezogen.
Der Winter fällt dieses Jahr aus. Mittlerweile wird auch das Nest an der Landbachaue wieder bezogen. Ob es der Hausherr der vergangenen Jahre ist konnten wir bisher noch nicht abschließend feststellen; wir brauchen hierzu erst noch ein paar nähere Fotoaufnahmen vom Schnabel.
Arbeiten am Mast
Unbekanntes Pärchen mit dem Bau seines Nestes. Dem Gesang nach kommen die beiden wohl aus Italien :-)
Und auf einem der Hochspannungsmaste in der Aue beginnt gerade ein uns unbekanntes Pärchen mit dem Bau seines Nestes. Dem Gesang nach kommen die beiden wohl aus Italien :-)

19.2.2014

Montag, 17. Februar 2014

Erste Störche in der Landbachaue

Storch 01
Am 1. Februar war der erste Storch des neuen Jahres in der Landbachaue zu beobachten. In etwa 50 Meter Höhe segelte er über das Storchennest auf dem Gittermast des NABU Pfungstadt. Genau eine Woche später überflog abermals ein Storch das Nest, ohne zu landen.
Storch 02Am Abend des 16. Februar flog ein Storch das ehemalige Nestgebiet in der Landbachaue an und landete dort auf einer Weißpappel, auf der er dann - nach ausgiebiger Gefiederpflege - auch übernachtete. Wir halten diesen Storch für einen Rückkehrer aus seinem südlichen Winterquartier. Dafür spricht, dass er (nach seiner Reise) magerer ist als seine Artgenossen, die hier in der Region überwinterten. Auch das angeschmutzte Brustgefieder, typisch für die Nahrungssuche auf Müllkippen, ist ein bekanntes Kennzeichen für "Reisestörche".
Storch 03Durch die Tatsache, dass dieser Storch am linken Bein beringt ist, gehört er auf keinem Fall zu dem Brutpaar, das in den vergangen drei Jahren seine Jungen in der Landbachaue aufgezogen hat. Auf die Rückkehr des Brutpaares bleibt also noch zu warten.
Evelyn u. Willi Benz

Freitag, 7. Februar 2014

Der Januar in der Landbachaue

Januarwetter
Januarwetter
Der viel zu milde Januar brachte keine neuen Wintergäste in die Landbachaue. Durch die fehlende Schnee- und Eisdecke stand der Tierwelt ausreichend Nahrung zur Verfügung und an den helleren Tagen sonnte sich das Wassergeflügel an den Rändern der Wasserflächen. Insbesondere bei den Stockenten war erstes Paarungsverhalten zu beobachten und die jungen, noch nicht verpaarten Graugänse gingen auf erste Partnersuche innerhalb der bis zu 200 Vögel starken Gruppe.
Graugaense
Graugänse
Silberreiher
Silberreiher
Auch die Grau- und Silberreiher beginnen schon in ihr Prachtkleid zu wechseln, erkennbar an der verstärkten Färbung bei den Graureihern und der Ausbildung von Schmuckfedern bei beiden Reiherarten.
Als erste Rückkehrer, und eigentlich viel zu früh, war bei den Singvögeln zum Monatsende ein kleiner Trupp Rohrammern zu beobachten, der sich manchmal unter die standorttreuen Goldammern in der Landbachaue mischten.
Maeusebussard
Mäusebussard
Treue Wintergäste sind wieder die Mäusebussarde, vermutlich aus dem osteuropäischen Raum. Viele dieser Vögel weisen eine helle Färbung auf, aber ob sich darunter eventuell Raufußbussarde befinden lässt sich leider nicht seriös nachweisen. Hierzu müsste man schon die namensgebende Befiederung der Beine registrieren und so nahe lassen uns diese Greife nicht heran.
Eisvogel
Eisvogel
Täglich zu beobachten war der Eisvogel, der zwischen seiner Jagd auf Kleinfische oft längere Pausen einlegte und sich einfach nur die Sonne aufs Federkleid scheinen ließ.
Mehrfach konnten wir im Januar die extrem scheue Wasserralle kurz sichten, für ein Foto hat es leider nicht gereicht. Wir schätzen, dass es im Westteil der Landbachaue mindestens 3 Exemplare dieser Rallenart gibt. Meist gut versteckt im Schilf verraten sie sich häufig durch ihre laut quiekenden Rufe.
Saatkraehe
Saatkrähe
Graureiher
Graureiher
Falls es nicht noch zu einem stärkeren Wintereinbruch kommt, erwarten wir im Februar die Rückkehr des Storchenpaares. Endlich wieder Vögel, die sich – im Gegensatz zur zickigen Wasserralle – bequem beobachten lassen.

Dienstag, 31. Dezember 2013

Dezember in der Landbachaue

Jan012014

Dohle
Dohle
Saatkraehe
Saarkrähe
Turmfalke
Turmfalke
Wacholderdrossel
Wacholderdrossel
Buchfink
Buchfink
Buntspecht
Buntspecht
Der Dezember mit seiner milden Witterung war ähnlich wie der Vormonat November. Neu zu beobachten waren durchziehende Saatkrähen, die – in Begleitung eines gleichgroßen Schwarms blauäugiger Dohlen – einen Zwischenstopp in der Landbachaue einlegten. Nach zwei Tagen waren diese Gäste allerdings wieder verschwunden und die in der Landbachaue allgegenwärtigen Rabenkrähen waren die schwarze Konkurrenz wieder los.
Da im Dezember die meisten Bäume und Sträucher ihr Laub abgeworfen haben, bietet sich jetzt weitgehend freie Sicht auf die überwinternden Vogelarten. Neben kleineren und größeren Schwärmen von Ringeltauben, Wacholderdrosseln, Buchfinken, Stieglitzen, Grünfinken und Schwanzmeisen waren Blau- und Kohlmeise, Zaunkönig, Rotkehlchen, Amsel, Eisvogel, Grünspecht und Buntspecht in geringer Anzahl bzw. einzeln zu beobachten. Bei den Greifvögeln waren es bis zu zehn Mäusebussarde in den Bäumen, Wanderfalke, Sperber und Turmfalke in der Luft.
Stieglitze
Stieglitze
Jagdfasan
Jagdfasan
Auf und an den Wasserflächen der Aue auch im Dezember die übliche Besetzung: Graugänse, Nilgänse, Stockenten, Krickenten, einzelne Schnatter- und Pfeifenten, Blässhühner, Zwergtaucher, Höckerschwäne, Grau- und Silberreiher. Dazu noch Bisamratten, die mittlerweile aus Röhricht und sonstigem Pflanzenmaterial ihre Winterbehausungen, die so genannten “Bisamburgen” errichtet haben und Nutrias, die beachtliche Teile von Zuckerrüben von den angrenzenden Äckern bis an den Bachlauf schleppen. Als als landgebunden zu beobachten: Jagdfasane, Feldhasen und Rehwild einzeln und in Guppen bis zu 11 Tieren.
Wasservogelversammlung
Wasservogelversammlung
Bisamburg
Bisamburg
Nutria mit Zuckerruebe
Nutria mit Zuckerruebe
Alles in allem auch im eigentlich stillen Monat Dezember viel Leben in der kleinen Landbachaue – wenn man bisschen die Augen offen hält.
Fotos und Text: Evelyn und Willi Benz

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Landbachaue im November

Im November nahm die sichtbare Artenvielfalt in der Landbachaue weiter ab. Amphibien und Reptilien sind in Winterruhe, die Sommergäste schon längst abgereist. Bleiben vor allem noch Vögel, die sich teilweise zu beachtlichen Schwärmen zusammenschließen. Anfang November, und damit eigentlich schon viel zu spät auf ihrem Weg in den Süden, übernachtete ein Schwarm von über 50 Rotmilanen auf den Bäumen am Westrand der Landbachaue. Ein imposanter Anblick, aber wegen dem trüben Wetter leider kaum zu fotografieren.

Ringeltaubenschwärme von über 500 Vögeln, aus Nord- und Osteuropa angereiste Mäusebussarde, Rabenkrähen und große Schwärme von Wacholderdrosseln, die sich im Flug von den perfekt organisierten Starenschwärmen leicht unterscheiden lassen, beherrschten überwiegend den Novemberhimmel.

Auf den Wasserflächen versammelten sich im November über 200 Graugänse, mindestens 50 Nilgänse und zum Monatsende hin über 300 Stockenten. Zwischen den Enten waren hin und wieder auch einige wenige Krickenten, Schnatterenten, Pfeifenten und Spießenten zu sichten. Außerdem immer präsent viele Blässhühner, Zwergtaucher und das Brutpaar Höckerschwäne mit seinen vier immer noch braun gefärbten Jungen, die erst im nächsten Jahr ihr Schwanenweiß präsentieren werden.

Nicht  zu übersehen waren auch die weißen Silberreiher, die vor Einbruch der Dunkelheit ihren gemeinsamen Schlafplatz anfliegen und sich dann dort leicht zählen lassen. Bis Ende November konnten wir 24 dieser Schreitvögel zählen, also zwei mehr als im November des vergangenen Jahres.

Auch an trüben Novembertagen wird's in der Landbachaue nicht langweilig. Dafür sorgt schon das Rote Höhenvieh, das trotz den niedrigen Temperaturen bauchtief im Wasser steht, immer auf der Suche fressbarem Grün.
Text und Fotos: Evelyn u. Willi Benz
Eisvogel
Mäusebussard
Grau- und Silberreiher
Nilgänse
Kein Wasserbüffel - Rotes Höhenrind
Rotmilane
Schnatterenten
Wacholderdrosseln

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