Sonntag, 4. Mai 2014

Der April in der Landbachaue

Wie erwartet tauchten ab Anfang April vermehrt weitere Störche in der Landbachaue auf. Bei diesen Rückkehrern aus ihren Winterquartieren handelt es sich überwiegend um unverpaarte Jungstörche, die in Trupps bis zu zehn Vögeln auf der Suche nach Brutgebieten und Nistmöglichkeiten waren. Für das bereits brütende Paar in der Landbachaue ungebetene Gäste, die dann auch – wie schon in den Vorjahren zu beobachten – von dem jeweils nicht gerade auf dem Nest brütenden Storch angegriffen und vertrieben wurden. Auch der zaghafte Versuch eines anderen Storches die 1,2 Kilometer vom Nest entfernte Nisthilfe auf dem Hartenauer auszubauen wurde dadurch unterbunden, dass der männliche Brutstorch der Landbachaue diese Nestunterlage kurzerhand besetzte.
Storch mit Bruchwasserläufer
Weißstorch mit Bruchwasserläufer
Froschjagd
Froschjagd

Von einem langweiligen Brutgeschäft der Störche kann also keine Rede sein. Am 22. April war dann eine Veränderung im Brutverhalten erkennbar. Das Brutpaar inspizierte eingehend den Nestinhalt, warf Teile aus dem Nest ab und schichtete Polstermaterial um – alles Anzeichen, dass das erst Küken geschlüpft war. Bis zum Monatsende waren dann erste Fütterungen (Auswürgen von Regenwürmern) durch die Elternstörche zu beobachten und kurzzeitig waren mindestens zwei Kükenköpfe zu sichten. Bis Mitte Mai wird dann der Storchennachwuchs wohl komplett sicht- und zählbar sein.
Mutprobe
Mutprobe
Wesentlich einfacher zu beobachten und  zu zählen war im April der Gänsenachwuchs in der Landbachaue, den wir bei den Graugänsen auf bisher mindestens 60 und bei den Nilgänsen auf mindestens 30 Köpfe schätzen. Der Nachwuchs des sonstigen Wassergeflügels wird erst im Mai zu sehen sein.

Infolge der fehlenden Niederschläge war im April der Wasserstand in der Landbachaue weiter gesunken. Ideale Verhältnisse für durchziehende Watvögel (Limikolen), die vorzugsweise an freiliegenden Schlammrändern und im Seichtwasser nach Nahrung suchen. Zu den recht zahlreichen Waldwasserläufern am Monatsanfang gesellten sich dann auch wieder Kampfläufern, Bruchwasserläufer, Grünschenkel, Rotschenkel, Flussregenpfeifer und Kiebitze.

Besondere Beobachtungen im April waren für uns ein Fischadler, der sich auf seinem Flug in großer Höhe allerdings nicht fotografieren ließ, sowie zwei Trauerseeschwalben, die am Monatsende über den Wasserflächen der Aue nach Insekten jagten.
Graugansfamilie
Graugansfamilie
Trauerseeschwalben
Trauerseeschwalben
Rotschenkel
Rotschenkel
Nutria
Nutria
Laichende Karpfen
Laichende Karpfen
Grünschenkel
Grünschenkel
Flussregenpfeifer
Flussregenpfeifer
Bruchwasserläufer
Bruchwasserläufer
Kampfläufer
Kampfläufer

Montag, 31. März 2014

Der März in der Landbachaue

Das anhaltende Schönwetter im März begünstigte erwartungsgemäß die stationäre Vogelwelt in der Landbachaue wie auch die Rückkehrer aus den Winterquartieren. Während die meisten Enten und Gänse zum Monatende noch brüteten, führten zwei Nilganspaare schon stolz ihre zur Monatsmitte geschlüpften Küken aus.
Aus den Winterquartieren zurück sind unter anderem Singdrossel, Zilpzalp, Blau- und Schwarzkehlchen. Schwarzmilan, Rohrweihe, Baumfalke und die ersten Rauchschwalben waren schon bei ihrer Insektenjagd über den Wasserflächen der Aue zu beobachten. Auch die ersten durchziehenden Limikolen, wie Bekassine, Waldwasserläufer und Kampfläufer, waren ab Mitte März zu beobachten und die Ringelnattern genossen nach ihrer Winterruhe ein erstes Sonnenbad.
Als Überraschungsgast lies sich Anfang März eine den Neozoen zuzurechnende Schwanengans, eng mit einer Graugans verbandelt, für ein paar Tage in der Landbachaue blicken.
Die im März ebenfalls wachsende Anzahl von zurückkehrenden Weißstörchen dürfte bei dem Brutpaar in der Landbachaue weniger Begeisterung auslösen. Tägliche Nestverteidigung und Vertreibung dieser “Fremdstörche” gehörte dann in diesem Monat zum Alltag dieses Paares, das nach unserer Beobachtung am 19. März das erste Ei gelegt hatte und seit dem 23. März fest brütet. Mit dem Storchennachwuchs wäre demnach um den 23. April zu rechnen.
Wie schon in den Vorjahren hat das Storchenpaar ab Brutbeginn seinen Aktionsradius um sein Nest stark eingeschränkt, um in Nestnähe auftauchende Fremstörche sofort vertreiben zu können. Dadurch mag es ihm entgangen sein, dass in knapp 2,5 km Entfernung vom Nest und etwa 300 m nördlich des Erlensees ein weiteres Storchenpaar klammheimlich mit dem Nestbau auf einem abgebrochenen Baumstamm begonnen hat. Der Nestneubau ist zwar noch rudimentär, aber die Familienplanung läuft bei diesem Paar nachweislich schon auf Hochtouren.
Fotos: Evelyn und Willi Benz
Angriff auf Fremdstorch
Angriff auf Fremdstorch
Konkurrenzpaar am Erlensee
Konkurrenzpaar am Erlensee
Luftraumbeobachtung
Luftraumbeobachtung
Angriffslustig
Angriffslustig
Bauarbeiten
Bauarbeiten
Brutgeschäft
Brutgeschäft
Kampfläufer
Kampfläufer
Kiebitz und Bekassine
Kiebitz und Bekassine
Waldwasserläufer
Waldwasserläufer
Nilgansnachwuchs
Nilgansnachwuchs
Ringelnatter
Ringelnatter
Rotmilan
Rotmilan
Schwanengans
Schwanengans

Freitag, 14. März 2014

Badetag

Das Ende Februar zurückgekehrte Brutpaar der Vorjahre hat sich erwartungsgemäß wieder fest eingenistet und ist neben der Nahrungssuche hauptsächlich mit der Reparatur und dem Ausbau des Nestes beschäftigt.
Das außergewöhnliche, anhaltende Schönwetter animierte die Rotbeinigen zu nicht alltäglich zu beobachtenden Aktivitäten: Ein Vollbad in den Fluten der Landbachaue, mit dem Ergebnis, dass die Beiden nun ihrer Bezeichnung “Weißstorch” wieder alle Ehre machen.
Evelyn und Willi Benz
01_Zoegern
Zögern
02_Krokodiltest
Krokodiltest
03_Kopfsprung
Kopfsprung
04_Drin
Drin
05-Kalt
Kalt
06_Storch-nass
Storch-nass
07_Nix-wie raus
Nix-wie raus
08_Gut-schuetteln
Gut-schütteln
09_Trocknungstanz
Trocknungstanz


Freitag, 28. Februar 2014

Der Februar in der Landbachaue

Fremdstorch
Fremdstorch
Die HausherrschaftIm Februar ist Start in die Storchensaison in der Landbachaue. Pünktlich zum Monatsersten war dann dann auch der erste Weißstorch zu beobachten, der das Nest auf dem vom NABU Pfungstadt vor einigen Jahren aufgestellten Mastes am Westrand der Aue übersegelte. An den Folgetagen ließen sich dann weitere Überflieger sehen, die das Nest allerdings ebenfalls ignorierten.
Gefiederpflege
Gefiederpflege
Am 16. Februar landete dann ein am linken Bein beringterer, sichtlich erschöpft wirkender Storch mit angeschmutztem Gefieder auf einer Silberpappeln in der westlichen Aue: mit Sicherheit ein Rückkehrer aus dem Süden.
Harmonie
Harmonie
Einen Tag später landete dann ein weiterer Storch (ohne Beringung) in der Landbachaue, schloss sich an den nächsten beiden Tagen mit dem Amkömmling vom Vortag zusammen und belegte im ihm gemeinsam das Nest. Dass es nicht das Brutpaar der letzten drei Jahre sein konnte war eindeutig, denn beim alten Brutpaar ist das Männchen zwar ebenfalls unberingt, aber das Brut-Weibchen trägt einen Ring am rechten Bein. Zudem wirkte der unberingte Storch kleiner und jünger als der Hausherr der letzten drei Jahre.
Portrait Brutpaar
Portrait Brutpaar
Durch die gelungene Ringablesung konnte die Herkunft des linksberingten Storches schnell geklärt werden. Nach Auskunft von Klaus Hillerich (NABU Landesarbeitsgruppe Weißstorch) handelt es sich um einen Storch, der im Juni 2011 als Nachwuchs auf einem Nest im Vogelpark Lampertheim beringt wurde und somit ein Brutanfänger wäre. Aus den zu beobachteten Kopulationen des Paares stand dann auch schnell fest, dass dieser Storch weiblich ist.
Vertrautheit
Vertrautheit
Das also neue Storchenpaar begann rasch mit Ausbau- und Reparaturarbeiten am Nest, das zwischendurch auch wacker gegen weitere Ankömmlinge verteidigt wurde. Am 26. Februar war damit allerdings Schluss, denn das alte Brutpaar (eindeutig erkennbar an der Ringnummer dieses Weibchens und dem Vergleich des Schnabel des unberingten Männchens aus vielen Fotoaufnahmen)  der vergangenen drei Jahre war aus dem Winterquartier zurückgekehrt und thronte wieder auf dem Nest. Vom vorherigen, von der alten Hausherrschaft sicherlich energisch vertriebenen neuen Paar ist seitdem in der Landbachaue nichts mehr zu sehen. Es sieht nun ganz danach aus, dass das Storchenpaar der Landbachaue in seine vierte Brutsaison starten wird.
Vertriebenes Paar
Vertriebenes Paar
Fotos und Text: Evelyn und Willi Benz

Mittwoch, 19. Februar 2014

Storchenhorst in der Landbachaue ist wieder bezogen

Pfungstaedter Storch
Das Nest an der Landbachaue ist wieder bezogen.
Der Winter fällt dieses Jahr aus. Mittlerweile wird auch das Nest an der Landbachaue wieder bezogen. Ob es der Hausherr der vergangenen Jahre ist konnten wir bisher noch nicht abschließend feststellen; wir brauchen hierzu erst noch ein paar nähere Fotoaufnahmen vom Schnabel.
Arbeiten am Mast
Unbekanntes Pärchen mit dem Bau seines Nestes. Dem Gesang nach kommen die beiden wohl aus Italien :-)
Und auf einem der Hochspannungsmaste in der Aue beginnt gerade ein uns unbekanntes Pärchen mit dem Bau seines Nestes. Dem Gesang nach kommen die beiden wohl aus Italien :-)

19.2.2014

Montag, 17. Februar 2014

Erste Störche in der Landbachaue

Storch 01
Am 1. Februar war der erste Storch des neuen Jahres in der Landbachaue zu beobachten. In etwa 50 Meter Höhe segelte er über das Storchennest auf dem Gittermast des NABU Pfungstadt. Genau eine Woche später überflog abermals ein Storch das Nest, ohne zu landen.
Storch 02Am Abend des 16. Februar flog ein Storch das ehemalige Nestgebiet in der Landbachaue an und landete dort auf einer Weißpappel, auf der er dann - nach ausgiebiger Gefiederpflege - auch übernachtete. Wir halten diesen Storch für einen Rückkehrer aus seinem südlichen Winterquartier. Dafür spricht, dass er (nach seiner Reise) magerer ist als seine Artgenossen, die hier in der Region überwinterten. Auch das angeschmutzte Brustgefieder, typisch für die Nahrungssuche auf Müllkippen, ist ein bekanntes Kennzeichen für "Reisestörche".
Storch 03Durch die Tatsache, dass dieser Storch am linken Bein beringt ist, gehört er auf keinem Fall zu dem Brutpaar, das in den vergangen drei Jahren seine Jungen in der Landbachaue aufgezogen hat. Auf die Rückkehr des Brutpaares bleibt also noch zu warten.
Evelyn u. Willi Benz

Freitag, 7. Februar 2014

Der Januar in der Landbachaue

Januarwetter
Januarwetter
Der viel zu milde Januar brachte keine neuen Wintergäste in die Landbachaue. Durch die fehlende Schnee- und Eisdecke stand der Tierwelt ausreichend Nahrung zur Verfügung und an den helleren Tagen sonnte sich das Wassergeflügel an den Rändern der Wasserflächen. Insbesondere bei den Stockenten war erstes Paarungsverhalten zu beobachten und die jungen, noch nicht verpaarten Graugänse gingen auf erste Partnersuche innerhalb der bis zu 200 Vögel starken Gruppe.
Graugaense
Graugänse
Silberreiher
Silberreiher
Auch die Grau- und Silberreiher beginnen schon in ihr Prachtkleid zu wechseln, erkennbar an der verstärkten Färbung bei den Graureihern und der Ausbildung von Schmuckfedern bei beiden Reiherarten.
Als erste Rückkehrer, und eigentlich viel zu früh, war bei den Singvögeln zum Monatsende ein kleiner Trupp Rohrammern zu beobachten, der sich manchmal unter die standorttreuen Goldammern in der Landbachaue mischten.
Maeusebussard
Mäusebussard
Treue Wintergäste sind wieder die Mäusebussarde, vermutlich aus dem osteuropäischen Raum. Viele dieser Vögel weisen eine helle Färbung auf, aber ob sich darunter eventuell Raufußbussarde befinden lässt sich leider nicht seriös nachweisen. Hierzu müsste man schon die namensgebende Befiederung der Beine registrieren und so nahe lassen uns diese Greife nicht heran.
Eisvogel
Eisvogel
Täglich zu beobachten war der Eisvogel, der zwischen seiner Jagd auf Kleinfische oft längere Pausen einlegte und sich einfach nur die Sonne aufs Federkleid scheinen ließ.
Mehrfach konnten wir im Januar die extrem scheue Wasserralle kurz sichten, für ein Foto hat es leider nicht gereicht. Wir schätzen, dass es im Westteil der Landbachaue mindestens 3 Exemplare dieser Rallenart gibt. Meist gut versteckt im Schilf verraten sie sich häufig durch ihre laut quiekenden Rufe.
Saatkraehe
Saatkrähe
Graureiher
Graureiher
Falls es nicht noch zu einem stärkeren Wintereinbruch kommt, erwarten wir im Februar die Rückkehr des Storchenpaares. Endlich wieder Vögel, die sich – im Gegensatz zur zickigen Wasserralle – bequem beobachten lassen.

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