Montag, 30. Juni 2014

Der Juni in der Landbachaue

6 Wochen alte Jungstörche
Fotos: Evelyn und Willi Benz – 6 Wochen alte Jungstörche
Flugübungen
Flugübungen
Survival-Wurm
Survival-Wurm
Fütterung
Fütterung
Jungstorch Erlensee
Jungstorch Erlensee
Nesthygiene
Nesthygiene
Warten auf Fütterung
Warten auf Fütterung
6 Wochen alte Jungstörche
6 Wochen alte Jungstörche
8 Wochen alte Jungstörche
8 Wochen alte Jungstörche
Junger Neuntöter
Junger Neuntöter
Stockentennachwuchs
Stockentennachwuchs
Bereits Ende Mai begannen die Storcheneltern ihren nun knapp sechs Wochen alten Nachwuchs für kurze Zeit auf dem Nest alleine zu lassen. Zuerst für eine Zeitraum von wenigen Minuten, später dann auch mal bis zu einer Stunde. Nach einer guten Woche war dann aber wieder ständig ein Elternteil auf dem Nest präsent, da täglich “Fremdstörche” in der Landbachaue auftauchten. Vermutlich sind die Storcheneltern noch durch den Vorfall vor zwei Jahren sensibilisiert, als ihre damals sieben Wochen alte Junge auf dem Nest von Fremdstörchen attackiert und dabei erheblich verletzt wurden.
Nach der Monatsmitte wurden die nun acht Wochen alten Jungen aber wieder zwischen den Mahlzeiten auf dem Nest alleine gelassen. Nach der Fütterung nutzten die Elternstörche oft das warme Juniwetter, um in der Thermik in größere Höhen aufzusteigen und dort ein paar Runden zu fliegen, bevor es wieder auf Jagd nach Futter für die Jungen ging. Verfüttert wurde nun größere Beute im ungefähren Zweistundenrhythmus. Darunter überwiegend Mäuse, aber auch Ratten und Maulwürfe. Frösche, die ja landläufig als die Storchennahrung gelten, wurden den Jungstörchen eher selten serviert.
Zum Monatsende – und nach dem ersten Regen nach längerer Zeit – gab’s der Abwechslung halber wieder mal ein ordentliches Bündel Regenwürmer. Einem dieser Würmer ist tatsächlich die Flucht vor den gierigen Schnäbeln der Jungstörche gelungen, indem er sich schnell auf den Kopf des Elternstorches hangelte und mit diesem dann wieder in die Freiheit ausflog.
Die zum Monatsende zehn Wochen alten Jungstörche haben ihre Nestlingszeit abgesessen und werden mit Sicherheit bis zum Ende der ersten Juliwoche ihre Jungfernflüge in die Umgebung des Nestes starten. Wir wollen ihnen dabei natürlich auf den Fersen bleiben.
Auf dem neuen Storchennest nördlich des Erlensees besteht der Nachwuchs tatsächlich nur aus einem einzigen Jungen. Dieses entwickelt sich ohne die Konkurrenz von Geschwistern erwartungsgemäß rasant und war Ende Juni sieben Wochen alt.
Außer bei den Grau- und den Nilgänsen war im Juni kaum Nachwuchs bei dem Wassergeflügel zu beobachten. Trotz dem großen Bestand an Blässhühnern waren hier höchsten zehn Küken zu sichten, bei den Stockenten führten nur zwei Entenmütter einige Küken. Die ohnehin umstrittenen Kanadagänse waren im gesamten Juni nicht in der Landbachaue zu sehen und auch die im Vorjahr zahlreichen Zwergtaucher samt ihres Nachwuchses scheinen verschwunden zu sein. Wahrscheinlich ist dies auf die extrem niedrigen Wasserstände der Aue im zweiten Quartal dieses Jahres zurückzuführen. Viele Tümpel und Senken ohne Verbindung zum Bachlauf sind trockengefallen, sodass Nistmöglichkeiten fehlen und zudem für Nesträuber (u. a. Fuchs) der Zugang zu den wassergebundenen Brutplätzen durch die Trockenheit erleichtert ist.

Sonntag, 1. Juni 2014

Der Mai in der Landbachaue

Storchennest - Fremdstorchangriff
Fotos: Evelyn und Willi Benz: Am Storchennest – Fremdstorchangriff.
Nach der ersten Maiwoche war sichtbar, dass der diesjährige Storchennachwuchs in der Landbachaue aus vier Küken besteht. Diese Anzahl gilt als Obergrenze für freilebende Störche und erfordert einen hohen Aufwand der Storcheneltern bei der Futterbeschaffung. Da die Küken ja nicht alle gleichzeitig schlüpfen, besteht meist ein merklicher Größenunterschied. Dies ist bei dem diesjährigen Nachwuchs erstaunlicherweise nicht festzustellen, alle Küken wirken und gedeihen gleichmäßig. Viel Arbeit für die Storcheneltern, die zudem noch täglich mit der Vertreibung der immer wieder im Nestgebiet auftauchenden Fremdstörche beschäftigt sind. Aber dieses Storchenpaar ist bei seiner nunmehr vierten Brut schon sehr routiniert und alle vier Küken hatten sich bis zum Monatsende zu kräftigen Jungstörchen entwickelt.
An den wärmeren Tagen des Monats wurden die Jungen mehrfach mit Wasser versorgt. Wir konnten beobachten, dass vor allem der männliche Elternstorch erstaunliche Mengen an Wasser in seinem Kropf antransportierte und dann in einem dünnen Strahl in die Schnäbel und über das Gefieder der Jungen abließ. Die anfangs verfütterten Regenwürmer und Heuschrecken wurden im Verlauf des Monats durch wesentlich größere Brocken, vor allem Mäuse, Maulwürfe und Frösche, abgelöst. Fütterungen erfolgten zum Monatsende in zwei- bis dreistündigen Intervallen.
Nach Regenwetter war bei den Störchen stets Hausputz angesagt. Die Elterstörche werfen dabei das nasse Nestmaterial kurzerhand aus dem Nest und bauen neu eingeflogenes, trockenes Material ein. Dieses Material wird im Schnabel antransportiert, anschließend erfolgt dann die Fütterung mit der im Kropf gespeicherten Nahrung.
Storchennest - Nachwuchs hinterm Erlensee
Baumbrut: Nachwuchs hinterm Erlensee
Auch bei der neuen Baumbrut nördlich des Erlensees hat sich etwas getan. Nach unseren Beobachtungen müssten dort die Küken um die Monatsmitte geschlüpft sein. Bis zum Monatsende war ein Küken sichtbar, ob es noch mehr sind wird sich erst in den nächsten Tagen zeigen.
Seidenreiher
Seidenreiher
Neuntöter
Neuntöter
Kiebitz
Kiebitz
Auch die übrige Vogelwelt in der Landbachaue war im Mai mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt. Sollten die Bruten erfolgreich sein, erwarten wir bald sichtbaren Nachwuchs bei Blaukehlchen, Schwarzkehlchen, Teichrohrsänger, Neuntöter, Star, Wacholderdrossel und einigen mehr. Über das ganze Frühjahr hinweg in der Landbachaue zu sehende Kiebitze und ihr Verhalten könnte auf Brutversuche dieser bei uns streng geschützten Regenpfeiferart hinweisen, aber das ist bisher nur ein Verdacht.
Überraschungsgäste waren im Mai vier Seidenreiher, die sich für ein paar Tage in der Landbachaue aufhielten und dann, wie die Limikolen auch (im Mai kam noch kurzzeitig ein einsamer Dunkler Wasserläufer hinzu), wieder weiter zogen.
Schwalbenschwanz
Schwalbenschwanz

Sonntag, 4. Mai 2014

Der April in der Landbachaue

Wie erwartet tauchten ab Anfang April vermehrt weitere Störche in der Landbachaue auf. Bei diesen Rückkehrern aus ihren Winterquartieren handelt es sich überwiegend um unverpaarte Jungstörche, die in Trupps bis zu zehn Vögeln auf der Suche nach Brutgebieten und Nistmöglichkeiten waren. Für das bereits brütende Paar in der Landbachaue ungebetene Gäste, die dann auch – wie schon in den Vorjahren zu beobachten – von dem jeweils nicht gerade auf dem Nest brütenden Storch angegriffen und vertrieben wurden. Auch der zaghafte Versuch eines anderen Storches die 1,2 Kilometer vom Nest entfernte Nisthilfe auf dem Hartenauer auszubauen wurde dadurch unterbunden, dass der männliche Brutstorch der Landbachaue diese Nestunterlage kurzerhand besetzte.
Storch mit Bruchwasserläufer
Weißstorch mit Bruchwasserläufer
Froschjagd
Froschjagd

Von einem langweiligen Brutgeschäft der Störche kann also keine Rede sein. Am 22. April war dann eine Veränderung im Brutverhalten erkennbar. Das Brutpaar inspizierte eingehend den Nestinhalt, warf Teile aus dem Nest ab und schichtete Polstermaterial um – alles Anzeichen, dass das erst Küken geschlüpft war. Bis zum Monatsende waren dann erste Fütterungen (Auswürgen von Regenwürmern) durch die Elternstörche zu beobachten und kurzzeitig waren mindestens zwei Kükenköpfe zu sichten. Bis Mitte Mai wird dann der Storchennachwuchs wohl komplett sicht- und zählbar sein.
Mutprobe
Mutprobe
Wesentlich einfacher zu beobachten und  zu zählen war im April der Gänsenachwuchs in der Landbachaue, den wir bei den Graugänsen auf bisher mindestens 60 und bei den Nilgänsen auf mindestens 30 Köpfe schätzen. Der Nachwuchs des sonstigen Wassergeflügels wird erst im Mai zu sehen sein.

Infolge der fehlenden Niederschläge war im April der Wasserstand in der Landbachaue weiter gesunken. Ideale Verhältnisse für durchziehende Watvögel (Limikolen), die vorzugsweise an freiliegenden Schlammrändern und im Seichtwasser nach Nahrung suchen. Zu den recht zahlreichen Waldwasserläufern am Monatsanfang gesellten sich dann auch wieder Kampfläufern, Bruchwasserläufer, Grünschenkel, Rotschenkel, Flussregenpfeifer und Kiebitze.

Besondere Beobachtungen im April waren für uns ein Fischadler, der sich auf seinem Flug in großer Höhe allerdings nicht fotografieren ließ, sowie zwei Trauerseeschwalben, die am Monatsende über den Wasserflächen der Aue nach Insekten jagten.
Graugansfamilie
Graugansfamilie
Trauerseeschwalben
Trauerseeschwalben
Rotschenkel
Rotschenkel
Nutria
Nutria
Laichende Karpfen
Laichende Karpfen
Grünschenkel
Grünschenkel
Flussregenpfeifer
Flussregenpfeifer
Bruchwasserläufer
Bruchwasserläufer
Kampfläufer
Kampfläufer

Montag, 31. März 2014

Der März in der Landbachaue

Das anhaltende Schönwetter im März begünstigte erwartungsgemäß die stationäre Vogelwelt in der Landbachaue wie auch die Rückkehrer aus den Winterquartieren. Während die meisten Enten und Gänse zum Monatende noch brüteten, führten zwei Nilganspaare schon stolz ihre zur Monatsmitte geschlüpften Küken aus.
Aus den Winterquartieren zurück sind unter anderem Singdrossel, Zilpzalp, Blau- und Schwarzkehlchen. Schwarzmilan, Rohrweihe, Baumfalke und die ersten Rauchschwalben waren schon bei ihrer Insektenjagd über den Wasserflächen der Aue zu beobachten. Auch die ersten durchziehenden Limikolen, wie Bekassine, Waldwasserläufer und Kampfläufer, waren ab Mitte März zu beobachten und die Ringelnattern genossen nach ihrer Winterruhe ein erstes Sonnenbad.
Als Überraschungsgast lies sich Anfang März eine den Neozoen zuzurechnende Schwanengans, eng mit einer Graugans verbandelt, für ein paar Tage in der Landbachaue blicken.
Die im März ebenfalls wachsende Anzahl von zurückkehrenden Weißstörchen dürfte bei dem Brutpaar in der Landbachaue weniger Begeisterung auslösen. Tägliche Nestverteidigung und Vertreibung dieser “Fremdstörche” gehörte dann in diesem Monat zum Alltag dieses Paares, das nach unserer Beobachtung am 19. März das erste Ei gelegt hatte und seit dem 23. März fest brütet. Mit dem Storchennachwuchs wäre demnach um den 23. April zu rechnen.
Wie schon in den Vorjahren hat das Storchenpaar ab Brutbeginn seinen Aktionsradius um sein Nest stark eingeschränkt, um in Nestnähe auftauchende Fremstörche sofort vertreiben zu können. Dadurch mag es ihm entgangen sein, dass in knapp 2,5 km Entfernung vom Nest und etwa 300 m nördlich des Erlensees ein weiteres Storchenpaar klammheimlich mit dem Nestbau auf einem abgebrochenen Baumstamm begonnen hat. Der Nestneubau ist zwar noch rudimentär, aber die Familienplanung läuft bei diesem Paar nachweislich schon auf Hochtouren.
Fotos: Evelyn und Willi Benz
Angriff auf Fremdstorch
Angriff auf Fremdstorch
Konkurrenzpaar am Erlensee
Konkurrenzpaar am Erlensee
Luftraumbeobachtung
Luftraumbeobachtung
Angriffslustig
Angriffslustig
Bauarbeiten
Bauarbeiten
Brutgeschäft
Brutgeschäft
Kampfläufer
Kampfläufer
Kiebitz und Bekassine
Kiebitz und Bekassine
Waldwasserläufer
Waldwasserläufer
Nilgansnachwuchs
Nilgansnachwuchs
Ringelnatter
Ringelnatter
Rotmilan
Rotmilan
Schwanengans
Schwanengans

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