Montag, 31. Juli 2017

Der Juli in der Landbachaue

01 Viel Trubel am Wasser
Fotos: Willi Fuchs – Viel Trubel am Wasser.
02 Jagender Graureiher
Jagender Graureiher
03 Jagender Silberreiher
Jagender Silberreiher
04 Reiherenten
Reiherenten
05 Grünschenkel
Grünschenkel
06 Nutrianachwuchs
Nutrianachwuchs
07 Mutterschiff
Mutterschiff
08 Nutriababy
Nutriababy
09 Neuntöter-Fütterung
Neuntöter-Fütterung
10 Starenschwarm
Starenschwarm
11 Junger Wanderfalke mit Star
Junger Wanderfalke mit Star
Die Gewitterregen im Juli ließen den Wasserspiegel der stehenden Gewässerabschnitte im Westen der Landbachaue zeitweise wieder ansteigen, dankbar von den Wasservögeln angenommen. Gänsen, Enten und Reihern bevölkerten die Wasserflächen und auch die im Juli durchziehenden Gäste – Reiherenten, Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Grünschenkel usw. – nutzten die Wasserflächen zur Nahrungssuche und Rast.
Eine regelrechte Attraktion im Juli waren zwei Nutriamütter mit ihren insgesamt zehn Jungen, die vor ihrem Bau direkt an der Holzbrücke zu beobachten waren. Viele Besucher der Aue erfreuten sich an dem munteren Treiben dieser Nager, die nur bei Flussmuscheln eine Ausnahme bei ihrer ansonsten rein vegetarischen Ernährung machen.
Bis Ende Mai gab es nur wenige Sichtungen von Neuntötern und ein starker Rückgang dieser Würgerart war zu befürchten. Dies änderte sich in der Folgezeit und im Juli ergaben unsere Zählungen, dass im gesamten Auengebiet mindestens zehn Neuntöterreviere besetzt waren, in denen emsig der Nachwuchs gefüttert wurde.
Imponierend waren im Juli die Beobachtung der großen Starenschwärme, die allabendlich ihre Schlafplätze in der Landbachaue aufsuchten. Wolken von mehreren tausend Staren fielen dann in die Büsche und Schilfgebiete ein und das Gezeter dieser Starenmassen übertönte dann alle übrigen Geräusche. Dieses Treiben lockten die sonst nur sporadisch zu sehenden Wanderfalken an. Diese Greife holten sich nahezu an jedem Abend ihre Beute aus den Starenschwärmen und rupften sie auf den Masten der Stromtrassen. Mehrfach zu sehen war eine komplette Wanderfalkenfamilie, zwei Elternvögel mit ihren zwei diesjährigen Jungen.
Highlight im Juli war aber ein diesjähriger Schwarzstorch, der auf seinem Zug in den Süden für zwei Tage Station in der Landbachaue machte und hier auch auf den Pappeln übernachtete. Tagsüber mischte sich der Schwarzstorch unter die Weißstörche, mit denen er auf gemeinsame Nahrungssuche ging.
15 Erster Ausflug der Jungstörche
Erster Ausflug der Jungstörche
16 Erster Höhenflug
Erster Höhenflug
17 Jungstörche auf Insektenjagd
Jungstörche auf Insektenjagd
18 Letzter Abend der Jungstörche
Letzter Abend der Jungstörche
Die beiden Jungstörche der Landbachaue starteten am 4. Juli, nach einer normalen Nestlingszeit von 68 Tagen, ihren Erstflug. Allzu weit ging dieser erste Ausflug nicht, nur gut 300 Meter zum Rand der Wasserfläche, wo das Duo eine Weile herum stand und nicht allzu viel mit der neuen Umgebung anzufangen wusste. Nach kurzer Zeit ging es dann auch schnell wieder zum Nest zurück.
Für den zweiten Tag stand für die die Jungstörche der erste Höhenflug auf dem Stundenplan. Animiert durch ihre Eltern und bei schönem Wetter mit günstiger Thermik schraubten sich die beiden Jungstörche über ihrem Nest in die Höhe, ständig überwacht von den Altvögeln, die etliche Meter höher flogen und ihre Sprösslinge überwachten. Dieser erste Höhenflug der Jungstörche war noch arg unbeholfen, insbesondere bei den Kurven kamen die Anfänger schnell ins Trudeln und die fehlende Flugerfahrung war nicht zu übersehen.
In der Folgezeit waren die beiden Jungstörche stets gemeinsam im Umkreis von knapp einem Kilometer des Nests zu sehen. Bei ihrer Nahrungssuche konzentrierten sie sich überwiegend auf die Stoppeläcker (Mäuse) und vor allem auch auf die Insektenjagd auf Gras- und Wiesenflächen.
Letztmals konnten wir das Jungstorchduo am Abend des 29. Juli beobachten. Am Folgetag kehrten nur noch die beiden Elternstörche zur Übernachtung auf das Nest zurück. Die Jungstörche waren demnach abgereist, um sich zunächst den anderen Jungstörchen in der Region anzuschließen, mit denen sie dann gemeinsam allmählich und instinktgesteuert in Richtung Süden ziehen.

Freitag, 30. Juni 2017

Der Juni in der Landbachaue


01 Wassermangel
Fotos: Willi Benz – Wassermangel
02 Toter Wildkarpfen
Toter Wildkarpfen
03 Schwarzmilan
Schwarzmilan
04 Rotmilan
Rotmilan
05 Krähenattacke
Krähenattacke
06 Baumfalke
Baumfalke
07 Zwergtaucher
Zwergtaucher
08 Stockentennachwuchs
Stockentennachwuchs
09 Juveniler Flussregenpfeifer
Juveniler Flussregenpfeifer
10 Junger Grünspecht
Junger Grünspecht
12 Rauchschwalben
Rauchschwalben
13 Getreideernte
Getreideernte
14 Schattenspender
Schattenspender
15 Relaxte Jungstörche
Relaxte Jungstörche
16 Artenvielfalt in der Aue - Reh, Graureiher und Kiebitze
Artenvielfalt in der Aue – Reh, Graureiher und Kiebitze
Der heiße und niederschlagsarme Juni ließ die Wasserflächen im westlichen Teil der Landbachaue stark schrumpfen und teilweise auch trocken fallen. Der extrem niedrige Wasserstand hatte einige Opfer im Bestand der Wildkarpfen gekostet. Mindestens fünf verendete kapitale Fische dieser Art, die in ihrer reproduzierenden Wildform in Deutschland nur noch im hessischen Rhein und seinen Zuflüssen existiert, waren bis Monatsende zu sichten. Schade nicht nur um diese Fische, sondern auch um ihren Laich und ihre Jungfische, die mit in die Nahrungskette (u. a. für den Eisvogel) und das etablierte Ökosystem in der Landbachaue gehören.
Die Fischkadaver lockten vor allem Schwarzmilane, Rotmilane und Rabenkrähen an. Regelrechte Kämpfe um die Fischreste waren zu beobachten, insbesondere die Krähen versuchten immer wieder den weitaus größeren und stärkeren Greifen die willkommene Beute streitig zu machen.
Erfreulich waren im Juni vereinzelte Sichtungen von Baumfalken. Diese hübsch gezeichnete kleine Falkenart ist auf die Jagd auf größere Insektem, vor allem Libellen, spezialisiert und zeigt dabei spektakuläre Flugmanöver über den Wasserflächen. An einem Juniabend wirbelten gleich vier Baumfalken durch den westlichen Teil der Aue, leider war aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit nicht festzustellen, ob bereits diesjährige Jungvögel darunter waren.
Ebenfalls erfreulich war die Beobachtung, dass sich im Juni wieder mal zwei Zwergtaucher in der Landbachaue sehen ließen. Diese kleine Taucherart war in den zurück liegenden Jahre ständig in der Aue zu sehen und hatte dort auch erfolgreich gebrütet.
Bei den Stockenten war bis Ende Juni ein erschreckend geringer Bruterfolg zu verzeichnen. Zu zählen waren lediglich drei Stockenten mit ihren insgesamt 17 Entenküken – viel zu wenig für die Erhaltung dieser bisher häufigsten Entenart und eine Rechtfertigung, dass die Stockente hinsichtlich ihrer Gefährdung in die Vorwarnliste aufgenommen wurde.
Eine, allerdings heimlich erhoffte Überraschung lieferten die Flussregenpfeifer, die das ganze Frühjahr über in der Landbachaue zu beobachten waren. Ende Juni ließen sich, neben den Elternvögeln, zwei Jungvögel dieser kleinen Regenpfeiferart sichten.
Weniger Überraschung bot der zahlreiche Grünspechtnachwuchs, der im Juni mit den Elternvögeln oft lautstark auf Nahrungssuche war. Von dieser häufigen Spechtart, die gerne am Boden nach Ameisen und anderen Insekten sucht, gibt es in der Landbachaue einen recht stabilen Bestand.
Im Juni wurde auch die erste Brut der als gefährdet eingestuften Rauchschwalben flügge. Erfreuliche viele Jungschwalben konnten bei der Fütterung, die sowohl im Flug als auch auf den Weidenzäunen erfolgt, gezählt werden. Diese Schwalbenart findet derzeit noch ausreichend Brutplätze in den landwirtschaftlichen Gehöften rund um die Aue.
Die im Juni anlaufende Getreideernte gehört immer zu den Highlights im Lauf des Weißstorchjahrs. Gerade die ersten abgeernteten Stoppeläcker locken die Adebare aus der näheren und weiteren Umgebung magisch an und man konnte die Störche gut bei der Jagd nach ihrer Lieblingsbeute, Mäuse, beobachten. An manchen Tagen waren bis zu 70 Störche auf einem einzigen Acker zu sichten, darunter auch das Brutpaar der Landbachaue, das aber immer sein Nest mit den beiden bis zum Monatsende noch nicht flüggen Jungen im Auge behielt. An den allzu heißen Tagen wurden die beiden Jungstörche nicht nur mit Nahrung und Wasser versorgt, ein Elternstorch sorgte dann fast immer für einigermaßen Schatten für den Nachwuchs, der im fortgeschrittenen Jungstorchalter allerdings gut mit Hitze zurecht kommt. Vielleicht eine etwas übertriebene Fürsorglichkeit des Brutpaares, das ja im Mai ein Küken, vermutlich durch einen Fremdstorchangriff, verloren hatte und den verbleibenden Nachwuchs keinem Risiko aussetzen wollte.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Der Mai in der Landbachaue

01 Rotschenkel
Fotos: Willi Benz – Rotschenkel
Anfang Mai ließ der Limikolenzug in der Landbachaue merklich nach, um bis Mitte des Monats dann nahezu gänzlich zu versiegen. Ein kurzes Gastspiel gaben noch zwei Rotschenkel und zum Monatsende ein einzelner Grünschenkel. Auch der viel beachtete Löffler beendete nach 36 Tagen seinen Aufenthalt in der Landbachaue. Direkt nach dem Löffler schaute noch für einen Tag ein Seidenreiher vorbei, wie der Löffler auch eine Schreitvogel, allerdings in der Landbachaue häufiger zu sehen.
Aber auch ohne Watvögel ist der Mai der beobachtungsreichste Monat im Jahr. Ließen sich bis zum Abbau des Schutzzaunes so gut wie keine Kiebitze blicken, erschien direkt nach dem Zaunabbau ein Kiebitzpaar in der Landbachaue und war bis Monatsende nahezu täglich zu sichten – auch innerhalb des für sie vormals vorgesehenen Areals.
Blicken ließen sich im Mai auch die sonst eher verborgenen Nachtigallen und Rohrsänger, beides Arten mit einem spürbaren Bestandsrückgang gegenüber den Vorjahren. Ebenfalls ein Bestandsrückgang ist bei den Anfang Mai aus ihrem Winterquartier eingetroffenen Neuntötern festzustellen. Von dieser Art fehlt nach unseren Aufzeichnungen in diesem Jahr mindestens die Hälfte der Vögel.
Eine gewaltige Bestandszunahme war im Mai bei den Staren festzustellen. Nahezu jede Baumhöhle im Auengebiet wird von dieser Art zur Brut genutzt, die übrig gebliebenen Höhlen teilen sich vor allem Meisen, Kleiber und Baumläufer, Arten mit erfreulichen Beständen. Auch Hausrotschwanz und Wiesenschafstelze geben ihr Bestes für ihre Arterhaltung und scheinen, zumindest im Auengebiet, wenig gefährdet.
Den ganzen Mai über in der Landbachaue zu sehen, oder zumindest mit ihren typischen Rufen zu hören, waren zwei Schwarzspechte – Männchen und Weibchen, die allerdings nie gemeinsam gesichtet wurden. Diese Spechtart brütet üblicherweise in Waldgebieten, die Landbachaue dürfte für sie nach der einschlägigen Lehre als Bruthabitat eher nicht geeignet sein.
Anders sieht es beim Feldschwirl aus, der in der Landbachaue durchaus gute Brutbedingungen vorfindet. Dieser extrem scheue Grassänger war den ganzen Mai über, vor allem in den Abendstunden, durch seinen typisch sirrenden Gesang in zwei Revieren zu lokalisieren. Sichtungen sind allerdings Glückssache, denn die Schwirle sind stets gut gedeckt in der Vegetation dicht über dem Boden und im schwindenden Tageslicht mehr zu erahnen als zu sehen.
Nicht zu übersehen war im Mai  dagegen eine Rotte Wildschweine, bestehend aus vier Bachen und mindestens 15 Frischlingen. Ohne große Scheu zeigte sich die Bande wiederholt am hellichten Tage im Ostteil der Aue den staunenden Passanten.
Bei den Störchen in der Landbachaue dauerte es bis zum 4. Mai, bis der erste Kükenkopf über dem Nestrand zu sehen war. Drei Tage später konnten wir dann drei Küken zählen, davon ein Küken mit einer erheblichen Verletzung im Scheitelbereich – vermutlich von einem Fremdstorchangriff, denn das Nest wurde häufig von anderen, unverpaarten Störchen attackiert. An den Folgetagen war immer nur zwei Küken zu sehen und Mitte Mai entdeckten wir das dritte Küken tot und schon leicht mumifiziert am äußeren Nestrand hängend.
Wie schon der April war auch der Mai kein guter Monat für die Störche. Würmer waren wegen der andauernden Trockenheit kaum erreichbar, Mäuse waren in der hohen Vegetation (die Wiesenmahd war erst spät im Monat angelaufen) auch kaum aufzutreiben und Frösche sind allenfalls nur unregelmäßiger Beifang für die Adebare. Blieben in der Auswahl vor allem nur Insekten, mit denen allein ein Storch nur schwer über die Runden kommt, zumal wenn ein hungriger Nachwuchs mit zu versorgen ist. Wie schon im April waren daher bei jeder landwirtschaftlichen Tätigkeit auf den Äckern Storchenansammlungen im Schlepptau der Traktoren. Vor allem die laufenden Beregnunganlagen der Landwirte wirkten auf die Störche der Region wie Magnete.So konnten wir gegen Monatsende auf einem beregneten Schnittlauchacker westlich der Landbachaue über 120 Störche zählen, die sich natürlich aus dem weiteren Umkreis zur Würmerjagd versammelt hatten. Bei Dämmerungsbeginn löste sich die Versammlung dann auf und flog zu ihren Nest- und Schlafplätzen. Gut zwei Drittel der Störche flog dann auch in Richtung West, also Richtung Biebesheim, ab, wo es bekanntermaßen eine starke Storchenpopulation gibt.
Bleibt jetzt auf günstigere Witterungsbedingungen und das verbundene verbesserte Nahrungsangebot für die Störche zu hoffen, ansonsten könnte es für den diesjährigen Storchennachwuchs – zumindest in der Region – kritisch werden.
02 Seidenreiher
Seidenreiher
03 Kiebitz
Kiebitz
04 Nachtigall
Nachtigall
05 Teichrohrsänger
Teichrohrsänger
06 Neuntöter
Neuntöter
07 Star an Bruthöhle
Star an Bruthöhle
08 Kleiber-Bruthöhle
Kleiber-Bruthöhle
09 Fütternder Baumläufer
Fütternder Baumläufer
10 Fütternder Hausrotschwanz
Fütternder Hausrotschwanz
11 Fütternde Wiesenschafstelze
Fütternde Wiesenschafstelze
12 Schwarzspechtweibchen
Schwarzspechtweibchen
13 Singender Feldschwirl
Singender Feldschwirl
14 Bache mit Frischlingen
Bache mit Frischlingen
15 Bettelndes Storchenküken
Bettelndes Storchenküken
16 Jungstorchduo Mitte Mai
Jungstorchduo Mitte Mai
17 Toter Jungstorch am Nestrand
Toter Jungstorch am Nestrand
18 Jungstorchduo Ende Mai

Jungstorchduo Ende Mai




19 Storcheninvasion
Storcheninvasion

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