Dienstag, 31. Oktober 2017

Der Oktober in der Landbachaue

Gleich am ersten Oktobertag trafen sich Vogelbeobachter zum herbstlichen Bird Watchingin der Landbachaue. Ziehende Vögel waren an diesem Tage eher spärlich, aber in der Summe konnten an diesem Nachmittag immerhin 36 Vogelarten beobachtet und auf naturgucker.de dokumentiert werden.
In den folgenden Oktobertagen setzte dann der erwartete herbstliche Vogelzug verstärkt ein. Vor allem hunderte Buchfinken, darunter auch einige Bergfinken, viele Feldlerchen, Bach- und Schafstelzen, Pieper, Sing- und Rotdrosseln waren auf ihrem Zug zu sichten, vereinzelt auch noch kleinere Trupps ziehender Rotmilane.
Auffällig ab der ersten Oktoberwoche war der Zuwachs bei den Stockenten auf den Wasserflächen der Aue. Diese bisher so häufige Entenart musste aktuell auf die Vorwarnliste der gefährdeten Arten aufgenommen werden und war den Sommer über mit maximal 70 Vögeln in der Landbachaue vertreten. Der diesjährige Bruterfolg der hiesigen Stockenten war erschreckend gering, lediglich drei Paare führten Junge – viel zu wenig für die Erhaltung des Bestandes. Ab Anfang Oktober ergaben die Zählungen bis zu 250 Stockenten, nach Meinung von Ornithologen in Überzahl zugeflogene Gäste aus ihren Brutgebieten in Osteuropa bis Sibirien, die nach dem Winter wieder in ihre Brutgebiete zurück kehren. Nach der neuen Hessischen Jagdverordnung soll die Jagd auf Stockenten (Jagdzeit 1. September bis 15. Januar) „nur in Gebieten mit ausreichenden Besätzen“ erfolgen. Die aktuellen Zahlen in der Landbachaue könnten nun einen ausreichenden Stockentenbestand vorgaukeln und eine Bejagung zulassen, das wäre aber letztendlich nichts anderes als die in Deutschland (sehr zu Recht!) angeprangerte Jagd auf Zugvögel im Mittelmeerraum.
Auch in die Gänsepopulation der Landbachaue kam im Oktober Bewegung. Zeitweise waren, verstärkt durch Zuwanderung, um die 200 Graugänse auf den Wasserflächen und den umliegenden Feldern zu sichten. Für ein paar Tage war zwischen den Graugänsen  eine reinweiße Hausgans und auch eine kleine Streifengans zu sehen. Die Streifengans, auch Indische Gans genannt, war am rechten Bein beringt, also ein Hinweis, dass sie wohl aus einem Tierpark ausgebüxt war und sich den frei lebenden Graugänsen angschlossen hat. Nach ihrem Verhalten war diese kleine Exotin männlichen Geschlechts und fest mit einer merklich größeren Graugans verpaart. Sehr späten Nachwuchs hatte ein Nilganspaar, das Mitte Oktober stolz seine sieben frisch geschlüpfte Gänseküken ausführte.
Im Oktober nicht zu übersehen waren in der Landbachaue die großen Schwärme der Stieglitze, der Ringeltauben (bis über 1.000 Vögel in einem Schwarm) und vor allem der Stare, von denen mehrere tausend Vögel bei Dämmerungsbeginn ihre Schlafplätze im Schilf des östlichen Teils der Aue aufsuchten. Der Star – frisch gekürter NABU-Vogel des Jahres 2018 – gilt zwar noch als häufige Art, zeigt aber seit kurzer Zeit einen erheblichen Bestandsrückgang und ist dadurch auf die Vorwarnliste der gefährdeten Brutvogelarten geraten.
Nahezu täglich waren im Oktober bis zu vier Kolkraben, zwei Alt- und zwei Jungvögel, in der Landbachaue zu sehen. Die vermehrten Sichtungen über das ganze Jahr hinweg lassen auf eine Erholung der Bestände dieser fast ausgerotteten Vogelart hoffen. Ähnlich sieht es beim Habicht aus. Auch hier gab es im Oktober häufige Beobachtungen eines Jungvogels, u. a. durch seine im Flug häufig hängende oder auch strampelnde Beine leicht von einem Sperberweibchen zu unterscheiden.
Erwartungsgemäß verstärkte sich im Oktober der Bestand der alljährlich in der Landbachaue überwinternden Silberreiher. Diese weißen Reiher fliegen in der Dämmerung ihren angestammten gemeinsamen Schlafplatz in der Aue an und eine Zählung am letzten Oktoberabend ergab eine Anzahl von mindestens 21 dieser Vögel. Vermutlich wird dieser Bestand der Überwinterer in den nächsten Wochen noch weiter steigen.
Ab Mitte Oktober häuften sich die Meldungen von ziehenden Kranichen über Hessen. Obwohl die Landbachaue auch in einem der bekannten Zugkorridore liegt, war hier vom Kranichzug zunächst nichts zu bemerken. Dies änderte sich am 30. Oktober: Ab Nachmittag bis zur Dämmerung waren über der Landbachaue mindestens 3.000 Kraniche in vielen einzelnen Ketten zu sichten. Ebenso viele Kraniche zogen weiter östlich über Bickenbach und selbst in der Nacht und am frühen Morgen des Folgetages waren hier noch Rufe von überfliegenden Kranichen zu hören.
01 Bergfink
Fotos: Willi Benz – Bergfink
02 Rotdrossel
Rotdrossel
03 Rotmilan
Rotmilan
04 Enten- und Gänsetrubel
Enten- und Gänsetrubel
05 Hausgans u. Graugänse
Hausgans u. Graugänse
06 Streifengans u. Graugänse
Streifengans u. Graugänse
07 Nilgansnachwuchs
Nilgansnachwuchs
08 Stieglitz
Stieglitz
09 Ringeltaubenwolke
Ringeltaubenwolke
10 Star - Vogel des Jahres 2018
Star – Vogel des Jahres 2018
11 Kolkrabe an Dachskadaver
Kolkrabe an Dachskadaver
12 Junghabicht
Junghabicht
13 Silberreiher
Silberreiher
14 Silberreiherschlafplatz
Silberreiherschlafplatz
15 Kranichketten
Kranichketten
16 Kranichzug
Kranichzug

Samstag, 30. September 2017

Der September in der Landbachaue

Nachdem die diesjährigen Jungstörche bereits Ende Juli zu ihrer Reise in den Süden aufgebrochen waren, machten sich ab Anfang September auch die Altstörche in der Region auf den Weg zu ihren südlichen Überwinterungsgebieten. Die letzte Sichtung des Brutpaares der Landbachaue war am 16. September, sodass seine Abreise auf den Folgetag festgelegt werden kann – drei Tage später als im Vorjahr 2016. Bemerkenswert ist, dass dieses Brutpaar nunmehr das fünfte Jahr in Folge gemeinsam abreiste, denn üblicherweise reisen die weiblichen Altstörche einige Tage bis Wochen vor ihren männlichen Partnern ab.
01 Schutzgebietswächter
Fotos: Willi Benz – Schutzgebietswächter
Aber nicht nur die auffälligen Störche, sondern auch viele Singvögel machten sich im September auf die Reise, darunter auch die Rohrsänger und die Rauch- und Mehlschwalben, deren Fehlen dem Beobachter leicht auffällt. Etwas beharrlicher sind die in der Landbachaue recht zahlreichen Schwarzkehlchen, die sich noch den ganzen September über auf den Schilfspitzen zeigten.
02 Brutpaar im Gleichschritt
Brutpaar im Gleichschritt
Neben den Abreisenden gab es im September auch Neuankömmlinge in der Landbachaue, wenn auch meist nur auf der Durchreise. So tauchte Mitte September wieder ein junger Neuntöter auf, um sich für ein paar Tage seine Energiereserven für die Weiterreise aufzufüllen. Ählich verhielt es sich mit einem jungen Kuckuck, der ebenfalls in der Aue einige Tage Station machte und dabei erstaunlich wenig Scheu bei seiner Nahrungssuche zeigte.

Auf und an den Wasserflächen der Landbachaue zeigten sich im September ebenfalls interessante Durchreisende, darunter vier Rostgänse, Löffelenten, Bekassinen und ein bei uns nur selten zu beobachteten Zwergstrandläufer, der oft von einem Flussregenpfeifer begleitet wurde.
Auch eine mit Halsband markierte Nilgans konnte im September beobachtet werden. Leider lässt sich der Herkunftsort dieser Gans nicht ermitteln, nur zwei ihrer Beobachtungen im September des Vorjahres 2016 im Kreis Wesel/NRW sind auf der Meldeplattform www.geese.org dokumentiert. Wenn der Nilgans auch kein klassisches Zugverhalten zugerechnet werden kann zeigt sich doch, dass auch diese Vogelart zumindest über weite Strecken vagabundiert (Wesel liegt 250 km Luftlinie von der Landbachaue entfernt), was ihre Bekämpfung als gebietsfremde, invasive „Fremdart“ unsinnig macht. Gemäß dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) gilt die Nilgans seit 2015 in Deutschland als etabliert. Auch die aktuelle so genannte „Unionsliste“ der EU gesteht der Nilgans ihre Etablierung im EU-Raum seit August 2017 zu, wodurch die Nilgans nun unter die Regelungen der EU-Vogelschutzrichtlinie fällt – allerdings ohne einen hohen Schutzstatus.
Im letzten Septemberdrittel tauchte erneut ein junger (diesjähriger) Purpurreiher in der Landbachaue auf. Ob es derselbe Vogel war wie im Vormonat August ließ sich nicht feststellen. Ähnlich war zumindest die Scheu dieses seltenen Reihers, der in der Deckung der Ufervegetation meist nur schwer zu entdecken war.
Der junge Nachtreiher vom August tauchte im September nicht mehr in der Landbachaue auf, sondern blieb bis zu seiner Abreise am 10. September am Landbach in der Bickenbacher Bahnhofstraße. Fast schon zum Ortsbild gehörend war er von den Anwohnern der Bahnhofstraße auf den Namen Karl-Gustav getauft worden.
03 Rastplatz Misthaufen
Rastplatz Misthaufen
04 Schwarzkehlchen
Schwarzkehlchen
05 Junger Neuntöter
Junger Neuntöter


06 Junger Kuckuck
Junger Kuckuck
07 Rostgänse
Rostgänse
08 Löffelente
Löffelente
09 Bekassinentrupp
Bekassinentrupp
10 Flussregenpfeifer (li.) und Zwergstrandläufer (re.)
Flussregenpfeifer (li.) und Zwergstrandläufer (re.)
11 Markierte Nilgans
Markierte Nilgans
12 Purpurreiher
Purpurreiher
13 Junger Nachtreiher
Junger Nachtreiher

Donnerstag, 31. August 2017

Der August in der Landbachaue


01 Klein und Groß in der Augustsonne
Fotos: Willi Benz – Klein und Groß in der Augustsonne
02 Feldsperling
Feldsperling
03 Junge Grünfinken
Junge Grünfinken
04 Rotmilane
Rotmilane
05 Mäusebussard
Mäusebussard
06 Bekassinen
Bekassinen
07 Waldwasserläufer
Waldwasserläufer
08 Grünschenkel
Grünschenkel
09 Flussuferläufer
Flussuferläufer
10 Junger Nachtreiher
Junger Nachtreiher
11 Junger Purpurreiher
Junger Purpurreiher
12 Brutpaar der Landbachaue
Brutpaar der Landbachaue






















































































































Im August waren die diesjährigen Brutergebnisse der Singvögel in der Landbachaue ganz gut erkennbar. Reichlich Nachwuchs war bei den Finkenarten wie Feldsperling, Grünfink, Bluthänfling und Stieglitz zu sichten. Bei den mehr auf Insektennahrung spezialisierten Arten wie Rohrsänger, Meisen, Schwarz- und Blaukehlchen ist die diesjährige Reproduktionsrate dagegen eher spärlich. Es kann spekuliert werden, dass dies mit dem allgemein beklagten Insektenschwund zusammen hängt. Andererseits hatten andere Insektenspezialisten wie Rauchschwalbe, Neuntöter, Bach- und Schafstelze wiederum recht zahlreichen Nachwuchs. Auffällig in diesem Jahr war, dass ab Mitte August nahezu der gesamte Neuntöterbestand in der Landbachaue nicht mehr zu sichten und offensichtlich frühzeitig in die Winterquartiere abgereist war. Bisher waren die Neuntöter stets bis weit in den September hinein zu sehen.
Auch der Nachwuchs der Greifvögel ließ sich im August in der Landbachaue blicken. Nach unseren Beobachtungen gab es in diesem Jahr, neben den bereits im Juli beobachteten Wanderfalken, bei den Rotmilanen einen Jungvogel, bei den Mäusebussarden mindestens vier Junge und auch zwei junge Turmfalken. Junge Schwarzmilane gab es in in diesem Jahr hingegen nicht zu sichten.
Durchziehende Limikolen (Watvögel) waren im August in der Landbachaue nahezu täglich bei ihrer Nahrungssuche an den westlichen Gewässerflächen zu sehen. Sicher bestimmen und zuordnen konnten wir Bekassinen, Waldwasserläufer, Grünschenkel, Flussuferläufer und Alpenstrandläufer. Bei weiten Entfernungen und ungünstigen Lichtverhältnissen (Dämmerung oder Gegenlicht) wird die Artbestimmung allerdings sehr schwierig, sodass dem Beobachter durchaus einige weitere Arten entgehen können.
Highlights im August waren ein junger (diesjähriger) Nachtreiher und ein ebenso junger Purpurreiher. Der junge Nachtreiher, der zu den stark bedrohten Vogelarten gehört, pendelte anfangs zwischen Landbachaue und dem Zusammenfluss des Landbachs im Bickenbacher Ortskern. In den letzten Augusttagen war er dann nur noch in der Bickenbacher Bahnhofstraße zu sichten, wo er tagsüber überwiegend ruhend zu sehen war und bei Dämmerung im Landbach auf die Jagd nach kleinen Fischen ging. Der junge Purpurreiher konnte ebenfalls Ende August, allerdings ausschließlich in der Landbachaue, gesichtet werden. Dieser Vogel zeigte sich sehr scheu und es war überhaupt die Erstsichtung dieser ebenfalls stark gefährdeten Reiherart in der Aue.
Nach der Abreise der beiden Jungstörche Ende Juli rückte das Brutpaar der Landbachaue im August wieder näher zusammen. Die beiden Elternstörche konnte man den ganzen Monat über vereint bei der Nahrungssuche auf den Äckern und den Wasserflächen rund um ihr Nest beobachten. Auf ihrer Reise in die Winterquartiere durchziehende Storchentrupps von bis zu 70 Vögeln bereiteten dem heimischen Storchenpaar allerdings einigen Stress. Insbesondere in den Abendstunden, wenn die Fremdlinge nach geeigneten Schlafplätzen suchten, musste das Auenpaar sein Nest verteidigen und die Fremdlinge abwehren, die dann mit Schlafstellen auf den Pappeln oder auch den Strommasten vorlieb nehmen mussten. Bis Ende September müsste der Storchenzug weitgehend abgeschlossen sein und auch das Paar in der Landbachaue dürfte dann auf seinem Weg in den Süden sein.

13 Zugstörche
Zugstörche
14 Zugstörche suchen Abkühlung
Zugstörche suchen Abkühlung
15 Nahrungssuche im Seichtwasser
Nahrungssuche im Seichtwasser
16 Begehrter Schlafplatz für Gäste
Begehrter Schlafplatz für Gäste

Montag, 31. Juli 2017

Der Juli in der Landbachaue

01 Viel Trubel am Wasser
Fotos: Willi Fuchs – Viel Trubel am Wasser.
02 Jagender Graureiher
Jagender Graureiher
03 Jagender Silberreiher
Jagender Silberreiher
04 Reiherenten
Reiherenten
05 Grünschenkel
Grünschenkel
06 Nutrianachwuchs
Nutrianachwuchs
07 Mutterschiff
Mutterschiff
08 Nutriababy
Nutriababy
09 Neuntöter-Fütterung
Neuntöter-Fütterung
10 Starenschwarm
Starenschwarm
11 Junger Wanderfalke mit Star
Junger Wanderfalke mit Star
Die Gewitterregen im Juli ließen den Wasserspiegel der stehenden Gewässerabschnitte im Westen der Landbachaue zeitweise wieder ansteigen, dankbar von den Wasservögeln angenommen. Gänsen, Enten und Reihern bevölkerten die Wasserflächen und auch die im Juli durchziehenden Gäste – Reiherenten, Waldwasserläufer, Bruchwasserläufer, Grünschenkel usw. – nutzten die Wasserflächen zur Nahrungssuche und Rast.
Eine regelrechte Attraktion im Juli waren zwei Nutriamütter mit ihren insgesamt zehn Jungen, die vor ihrem Bau direkt an der Holzbrücke zu beobachten waren. Viele Besucher der Aue erfreuten sich an dem munteren Treiben dieser Nager, die nur bei Flussmuscheln eine Ausnahme bei ihrer ansonsten rein vegetarischen Ernährung machen.
Bis Ende Mai gab es nur wenige Sichtungen von Neuntötern und ein starker Rückgang dieser Würgerart war zu befürchten. Dies änderte sich in der Folgezeit und im Juli ergaben unsere Zählungen, dass im gesamten Auengebiet mindestens zehn Neuntöterreviere besetzt waren, in denen emsig der Nachwuchs gefüttert wurde.
Imponierend waren im Juli die Beobachtung der großen Starenschwärme, die allabendlich ihre Schlafplätze in der Landbachaue aufsuchten. Wolken von mehreren tausend Staren fielen dann in die Büsche und Schilfgebiete ein und das Gezeter dieser Starenmassen übertönte dann alle übrigen Geräusche. Dieses Treiben lockten die sonst nur sporadisch zu sehenden Wanderfalken an. Diese Greife holten sich nahezu an jedem Abend ihre Beute aus den Starenschwärmen und rupften sie auf den Masten der Stromtrassen. Mehrfach zu sehen war eine komplette Wanderfalkenfamilie, zwei Elternvögel mit ihren zwei diesjährigen Jungen.
Highlight im Juli war aber ein diesjähriger Schwarzstorch, der auf seinem Zug in den Süden für zwei Tage Station in der Landbachaue machte und hier auch auf den Pappeln übernachtete. Tagsüber mischte sich der Schwarzstorch unter die Weißstörche, mit denen er auf gemeinsame Nahrungssuche ging.
15 Erster Ausflug der Jungstörche
Erster Ausflug der Jungstörche
16 Erster Höhenflug
Erster Höhenflug
17 Jungstörche auf Insektenjagd
Jungstörche auf Insektenjagd
18 Letzter Abend der Jungstörche
Letzter Abend der Jungstörche
Die beiden Jungstörche der Landbachaue starteten am 4. Juli, nach einer normalen Nestlingszeit von 68 Tagen, ihren Erstflug. Allzu weit ging dieser erste Ausflug nicht, nur gut 300 Meter zum Rand der Wasserfläche, wo das Duo eine Weile herum stand und nicht allzu viel mit der neuen Umgebung anzufangen wusste. Nach kurzer Zeit ging es dann auch schnell wieder zum Nest zurück.
Für den zweiten Tag stand für die die Jungstörche der erste Höhenflug auf dem Stundenplan. Animiert durch ihre Eltern und bei schönem Wetter mit günstiger Thermik schraubten sich die beiden Jungstörche über ihrem Nest in die Höhe, ständig überwacht von den Altvögeln, die etliche Meter höher flogen und ihre Sprösslinge überwachten. Dieser erste Höhenflug der Jungstörche war noch arg unbeholfen, insbesondere bei den Kurven kamen die Anfänger schnell ins Trudeln und die fehlende Flugerfahrung war nicht zu übersehen.
In der Folgezeit waren die beiden Jungstörche stets gemeinsam im Umkreis von knapp einem Kilometer des Nests zu sehen. Bei ihrer Nahrungssuche konzentrierten sie sich überwiegend auf die Stoppeläcker (Mäuse) und vor allem auch auf die Insektenjagd auf Gras- und Wiesenflächen.
Letztmals konnten wir das Jungstorchduo am Abend des 29. Juli beobachten. Am Folgetag kehrten nur noch die beiden Elternstörche zur Übernachtung auf das Nest zurück. Die Jungstörche waren demnach abgereist, um sich zunächst den anderen Jungstörchen in der Region anzuschließen, mit denen sie dann gemeinsam allmählich und instinktgesteuert in Richtung Süden ziehen.

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