Mittwoch, 3. Juli 2013

Der Juni an der Landbachaue

Gegenüber dem Mai brachte der Juni anfangs keine Wetterbesserung, so dass der Storchennachwuchs weiter unter der Nässe und den zu niedrigen Temperaturen litt. Von Anfang an war zu erkennen, dass zwischen allen drei Küken ein merklicher Größenunterschied bestand. Das dritte und viel kleinere Küken war letztmals noch in der ersten Juniwoche zu sichten, danach nicht mehr. Mitte Juni stand dann fest, dass dieser kleine Storch nicht überlebt hatte und wohl der Unterkühlung zum Opfer gefallen war.

Das nasse Frühjahr hatte den Vorteil, dass im Juni das Nahrungsangebot für die Störche und ihren Nachwuchs ausgesprochen gut war. Hauptsächlich Regenwürmer wurden in der ersten Monatshälfte von den Storcheneltern massenhaft erbeutet und an den Nachwuchs verfüttert. Ab der zweiten Monatshälfte standen dann vermehrt Mäuse und ähnlich große Beute auf dem Speiseplan und sorgten bei den zwei überlebenden Jungstörchen für einen enomen Wachstumsschub, wobei der Größenunterschied aber erhalten blieb.

In der letzten Juniwoche, also im Alter von sechs Wochen, wurden die beiden Jungstörche von Klaus Hillerich (NABU Landesarbeitsgruppe Weißstorch) beringt. Diese nur wenige Minuten dauernde Prozedur, bei der die Jungstörche in eine Starre (Akinese) verfallen, haben die Kleinen unbeschadet überstanden und schon nach kurzer Zeit kehrte wieder der Alltag mit Fütterung, Gefiederpflege, dösen und ab und zu mal die immer länger werdenden Flügel strecken, ein.

Wenn alles nach dem natürlichen Zeitplan verläuft, ist um den 21. Juli mit dem ersten Ausflug der Jungstörche zu rechnen. 

Fotos: Evelin und Willi Benz






Freitag, 31. Mai 2013

Der Mai an der Landbachaue

Fotos: Evelyn un Willi Benz
Nistmaterial wird laufend
herangeschafft
Der viele Regen und vor allem die niedrigen Temperaturen im Mai haben der Storchenfamilie in der Landbachaue einiges abverlangt. Während vielerorts von erheblichen Verlusten bei den diesjährigen Storchenbruten berichtet wird, haben die Elternstörche in der Landbachaue ihren Nachwuchs bisher am Leben erhalten können. Alle ein bis zwei Stunden lösten sich die Storcheneltern auf dem Nest ab. 
Bei Regen deckten sie die Jungen mit ihrem Gefieder ab, in den regenfreien Zeiten stehen die die Eltern auf dem Nest, um Sonne und Luft an den Nachwuchs und vor allem auch das Nest trocknen zu lassen. 



Witterungsschutz scheint den Vorrang zu haben, denn bei Regen setzt sich der ablösende Elternstorch immer sofort auf die Jungen und steht erst nach einer Weile kurz auf, um zu füttern. 
An trockenen Tagen transportierte der männliche Elternstorch ständig neues Polstermaterial zum Nest. Altes und nasses Material wurde dabei aus dem Nest geworfen. 

Bei der Fütterung waren zumeist ein bis zwei Küken zu sehen. Am 30. Mai zeigte sich dann ein drittes Küken, das allerdings um einiges kleiner ist als seine beiden Geschwister. Wir hoffen stark, dass die tapferen Eltern dieses Nesthäkchen auch durchbringen werden.
Für die Wasservögel in der Aue waren die schlechtenWetterbedingungen weniger problematisch. Grau-, Kanada- und Nilgänse segelten mit ihrem Nachwuchs über die Wasserflächen, ebenso einige Blässhuhnfamilien. Allerdings waren, wie im Vorjahr auch, wenige Stockentenfamilien zu sichten. Auch die Höckerschwäne haben ihre lange Brutzeit erfogreich abgeschlossen und führen ihre 6 Junge aus.

Höckerschwanfamilie
Für einige Limikolen (Watvögel) war im Mai in der Landbachaue Zwischenstopp auf ihrer Reise in die Brutgebiete. Zu beobachten waren unter anderem Waldwasserläufer, Bruchwasser- und Kampfläufer, Rot- und Grünschenkel und vereinzelt auch die scheue Bekassine (NABU-Vogel des Jahres 2013). Auch ein Paar Rostgänse, eher in Osteuropa beheimat und bei uns den Neozoen zugeordnet, schaute für ein paar Tage vorbei. Am auffälligsten war allerdings ein Säbelschnäbler, der durch seine markante schwarzweiße Färbung und seine beträchtliche Größe nicht zu übersehen war und in der Landbachaue etwas exotisch wirkte. 
Blässhuhnfamilie
Nilgansfamilie
Säbelschnäbler

Dienstag, 21. Mai 2013

Storchenküken gesichtet

Foto: Evelin und Willi Benz
Genau eine Woche nach dem Schlüpfen lassen sich die Storchenküken in der Landbachaue bei ihrer Fütterung bereits für kurze Augenblicke beobachten. Wie viele es sind steht noch nicht fest. Es sind aber zumindest zwei, die sich gleichzeitig zeigen.

Sorge bereitet die derzeitige Witterung mit viel Regen und den zu niedrigen Temperaturen. Wenn sich dabei die Nässe im Nest staut, kann es zur Unterkühlung der Kleinen kommen, die dann zu ihrem Tod führen kann. Bleibt momentan nur übrig, auf baldiges Schönwetter zu hoffen. 

Montag, 20. Mai 2013

Drei Jungstörche in Fähnlein

Foto: Rudolf Boehm 

An der Gänsweide in Hähnlein sind 3 junge Störche im Nest, ca. 10 Tage alt.
Auf der abgebrochenen Pappel in der Fasanenlache wird offensichtlich noch gebrütet.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Storchenküken geschlüpft

Fotos: Evelyn u. Willi Benz 
Storchenhorst an der Landbachaue
Am 14. Mai, also 34 Tage nach Brutbeginn, war erstmals zu beobachten, dass in das eher eintönige Brutgeschäft der Störche endlich Leben kommt. Der gerade auf dem Nest sitzende Storch stand in kurzen Zeitabständen immer wieder auf, um vorsichtig im Nest zu stochern. Dies kam zwar auch während der Brutzeit immer wieder vor und diente dem Drehen der Eier. 

Zwei Tage später war dann eindeutig erkennbar, dass die Elternstörche füttern. Es werden aber noch ein paar Tage vergehen, bis die Storchenküken über den Nestrand zu sehen sind. 
Kanadagänse


Einfacher ist es bei den Kanadagänsen in der Nachbarschaft. Hier sind am 15. Mai vier Küken geschlüpft und haben sich sofort mit ihren stolzen Eltern auf eine erste Kreuzfahrt durch die Landbachaue begeben.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Der April an der Landbachaue



Ab Mitte April wurde es endlich wärmer und Niederschläge sorgten dafür, dass den Störchen ihre Lieblingsspeise, Regenwürmer, ausreichend zur Verfügung stand.

Interessant war die Beobachtung, dass sich das Storchenpaar zu Beginn des Brutgeschäfts zwei- bis dreimal in der Stunde auf dem Nest abwechselte. Dies hatte sich nach ein paar Tagen geändert und zwei Wochen nach Brutbeginn lösen sich die Störche dann frühestens nach zwei bis drei Stunden beim Brüten ab.

Ihre Freischichten verbringen die Stöche jeweils mit der Nahrungssuche. Das Weibchen ist auch mal bei einem ausgiebigen Bad in den naheliegenden Wasserflächen der Aue zu beobachten, während das Männchen in seiner Freizeit gerne zu einem Höhenflug in der Thermik startet. Eventuelle Parallelen zu menschlichem Verhalten sind hierzu selbstverständlich auszuschließen!

Die immer wieder in der Landbachaue auftauchenden Fremdstörche lösen regelmäßig Alarm bei dem Brutpaar aus. Der gerade nicht brütende Storch fliegt dann auf direktem Weg das Nest an und mit gemeinsamem Abwehrklappern auf dem Nest stehend verteidigt das Paar dann sein Territorium. Wird dann die Vertreibung allzu neugieriger Fremdlinge notwendig, wird dies nach unserer Beobachtung ausschließlich vom männlichen Storch übernommen, während das Weibchen Nest und Gelege beschützt. Anders verhält es sich bei den das Nestgebiet überfliegenden Gänsen und auch Kranichen, die letztmals am 22. April in der Landbachaue beobachtet werden konnten. Diese Vögel werden trotz ihrer Größe von den Störchen offensichtlich nicht als Bedrohung angesehen und einfach ignoriert. 
Fotos: Evelyn und Willi Benz
Mitte Mai ist mit dem Schlüpfen der Storchenküken zu rechnen. Etwa zeitgleich müsste sich der Nachwuchs bei den in der Nähe brütenden Höckerschwänen und einem Kanadaganspaar einstellen. Die Graugänse im Gebiet sind etwas früher dran und führen schon seit Mitte April stolz ihren Nachwuchs vor. 
Graugänse mit Nachwuchs
Höckerschwan auf dem Nest

Kanadagans auf dem Nest

Donnerstag, 11. April 2013

Das Brutgeschäft hat begonnen

Fotos: Willi und Evelin Benz
Seit dem 10. April, und damit 13 Tage später als im Vorjahr, sitzt abwechselnd einer der Störche ständig auf dem Nest - das untrügliche Zeichen, dass das Brutgeschäft begonnen hat.

Im Regelfall beginnt das Brüten nach dem Legen des zweiten oder dritten Eies, mit dem Schlüpfen der Küken ist dann nach 30 bis 34 Tagen zu rechnen.

Das Nest wurde in den Tagen vor der Eiablage von den Störchen merklich ausgebaut. Weitere Feinarbeiten, insbesondere die Auspolsterung mit weichem Material, werden  noch während der Brutzeit erfolgen.

Durch die ständigen Kopulationen, die auch während der Eiablage weitergehen, ist das Gefieder des Weibchen sichtbar angeschmutzt - der wahren Storchenliebe kann das aber nichts anhaben. 

Montag, 1. April 2013

Kalter März

Fremdstörche

Kalt
Gut drei Wochen nach Rückkehr des Storchenpaares ist der Ausbau des neuen Nestes auf der Nisthilfe des NABU Pfungstadt nur wenig fortgeschritten. Dies liegt vermutlich daran, dass die Störche sehr viel Zeit für ihre Nahrungssuche aufwenden müssen. Bedingt durch die anhaltend kalte Witterung wird das Nahrungsangebot immer enger. Mäuse auf den Feldern, eine der Hauptnahrungsquellen, und Amphibien in den Tümpeln sind derzeit mehr als knapp. So stehen den Störchen momentan nur Würmer und ähnliches als Nahrung zur Verfügung - vermutlich zu wenig, um das Brutgeschäft ernsthaft anzugehen. 

Ungewöhnlich ist auch, dass sich das Paar bei der Nahrungssuche immer öfter für längere Zeit trennt. Bei ausreichendem Nahrungsangebot ist dies nicht festzustellen.

Außerdem tauchten ab Mitte März immer wieder Fremdstörche in der Landbachaue auf, die dann von dem Brutpaar - wie schon in den beiden Vorjahren - gnadenlos verfolgt und vertrieben werden. Auch dies kostete das Paar Zeit und Energie, so dass die Störche oft ungewöhnlich spätabends zu ihrem Nest zurückkehrten.
Kopulation
Dass die Familienplanung bei dem Storchenpaar dennoch nicht zu kurz kommt zeigen die häufigen Kopulationen, zu denen das neue Nest auch tagsüber immer wieder mal angeflogen wird. Trotz der widrigen Verhältnisse ist wahrscheinlich mit der baldigen Eiablage zu rechnen.
Nahrungssuche Männchen

Wenig fressbares
Dank Herrn Hillerich von der NABU Landesarbeitsgruppe Weißstorch konnte die       beringte Störchin jetzt näher identifiziert werden. Sie stammt aus dem Vogelpark Biebesheim und wurde dort, zusammen mit drei Geschwistern, am 29.05.2008 beringt. Mit nunmehr fünf Jahren ist sie für einen Storch noch sehr jung, hat aber in den beiden letzten Jahren insgesamt schon sieben Junge aufgezogen.Sie bestätigt damit die beobachtete Tendenz, dass Weißstörche immer früher geschlechtsreif werden und früher zur Brut schreiten. 


Start zur Vertreibung
Verfolgungsjagd


Eindringlinge

Abendruhe

Montag, 18. März 2013

Silberreiher auf Froschjagd


Am Bein erwischt...

muss der Fang gewendet werden. Mit elegantem Schwung...

landet der Frosch mundgerecht im Schnabel...

… und runter damit.
Fotos von Evelyn und Willi Benz










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