Sonntag, 8. September 2013

Ruhiger August in der Landbachaue

Im Gegensatz zu den Vorjahren konnten wir nicht ein einziges Mal die komplette Familie bei der gemeinsamen Nahrungssuche beobachten. Während die Elternstörche oft im weiteren Umkreis unterwegs waren, zeigten die beiden Jungstörche eine offensichtlich starke Bindung an das Nest.
Der August startete mit hohen Temperaturen, sodass die beiden Elternstörche öfter an den Wasserflächen der Landbachaue anzutreffen waren und dort im knietiefen Wasser neben ihrer Nahrung auch Abkühlung fanden. Die beiden Jungstörche blieben hingegen blieben auf den abgeernteten Äckern in der unmittelbaren Umgebung ihres Nestes, zu dem sie auch tagsüber immer wieder zurückkehrten, um Ruhepausen einzulegen. Auf dem Nest erfolgten in der ersten Augustwoche auch noch Fütterungen durch die Eltern. Später wurden diese Fütterungen auf dem Nest dann vollständig eingestellt und die seit drei Wochen flüggen Jungstörche mussten nun selbst für ihre Verpflegung sorgen.
Beide Jungstörche waren letztmals am 18. August zu sichten, dannach hat sich der kleinere wohl den Jungstorchtrupps in der Region angeschlossen, um die gemeinsame Reise in den Süden anzutreten. Der größere Nachwuchsstorch war bis zum 21. August zu beobachten und hat sich dann ebenfalls auf die Reise gemacht.
Nach der Abreise der Jungen übernachtete das Elternpaar wieder gemeinsam auf dem Nest. Tagsüber waren sie in der weiteren Umgebung unterwegs, das Nest diente nur noch als Schlafplatz.

Sonntag, 4. August 2013

Der Juli in der Landbachaue


Ab Anfang Juli ließen die Elternstörche ihre beiden nun sieben Wochen alten Jungen zeitweise alleine auf dem Nest und kehrten nur im ein- bis zweistündigen Rhythmus zur Fütterung ihres Nachwuchses zurück. Neben den immer größer werdenden Futterbrocken bis zur Größe einer ausgewachsenen Ratte wurde an den heißen Tagen auch immer wieder Wasser antransportiert. Die Hitze selbst wurde von den Jungstörchen gut verkraftet. Abkühlung erfolgte, wie auch bei den erwachsenen Störchen, durch die geöffneten Schnäbel und das Verkoten der Beine, deren Farbe dadurch von rot nach weiß wechselt.

Mitte Juli waren kurzzeitig Ansammlungen von bis zu 20 Weißstörchen in der Landbachaue zu beobachten. Vermutlich handelt es sich dabei um junge, unverpaarte Rückkehrer, die erst in den nächsten Jahren zur Brut schreiten werden. 
Das Bickenbacher Brutpaar war durch diese Besucher allerdings in Alarmstimmung versetzt und jeder Fremdling der sich ihrem Nest näherte wurde bereits in der Luft attackiert und verjagt.

Am 25. Juli, also gut 10 Wochen nach dem Schlüpfen, verließen die beiden Jungstörche erstmals ihr Nest. Ihr kurzer Ausflug ging auf einen etwa 500 m vom Nest entfernten abgeernteten Getreideacker, auf dem dann eine wenig professionelle Landung hingelegt wurde. Während der kleinere Jungstorch nach einigem Stolpern endlich zum Stehen kam, kippte 
der Größere bei der Landung vornüber und steckte mit seinem Schnabel im Boden.  Leider ging das alles so schnell, dass wir es nicht fotografieren konnten. Die Rückkehr zu Nest verlief dann ähnlich. Erst nach mehreren Anläufen und mit viel Geflattere klappte endlich die Landung auf dem trauten Heim. Selbstverständlich wurde dieser erste Ausflug von einem Elternteil überwacht. Der Vaterstorch war die ganze Zeit über in der Nähe und beobachtete genau dieses Abenteuer seines Nachwuchses. An den Folgetagen wurden die Ausflüge länger, aber im Vergleich zu den beiden Vorjahren verbringen die Jungen tagsüber ungewöhnlich viel Zeit auf dem Nest, wo sie von den Elternstörchen auch noch gefüttert werden

Trotz der schlechten Startbedingungen durch das nasskalte Wetter nach dem Schlüpfen hat sich der Storchennachwuchs doch noch zu strammen Jungstörchen entwickelt, die wohl bald zu ihrer ersten großen Reise in den Süden aufbrechen. Bis dahin werden wir sie wenigstens noch für eine kurze Weile im Auge behalten.

Auch die Wasservögel in der Landbachaue haben mehr oder minder für Nachwuchs gesorgt. Insbesondere bei den Graugänsen und den Blässhühner konnten jeweils um die 100 Junge gezählt werden. Auch bei den Zwergtauchern waren bis zum Monatsende bereits über zehn Küken zu zählen. Weitaus weniger erfolgreich waren, wie schon im Vorjahr, die Stockenten 
mit ungefähr 30 Küken, die Nilgänse (drei Paare mit zusammen zehn Küken) und die Kanadagänse, von denen in der Landbachaue, immerhin ein Gebiet von 45 Hektar, nur ein einziges Paar vier Junge großzog.

Das verstärkte Aufkommen der Kanadagänse am benachbarten Erlensee ist nach unserer Ansicht in hohem Maße daruf zurückzuführen, dass diese - trotz entsprechender Hinweise - immer wieder von Spaziergängern und auch Badegästen gefüttert und dadurch an den Mensch gewöhnt werden. Würde dies unterbleiben, würden sich auch diese "Problemgänse" ihrer Natur gemäß verhalten und, wie in der Landbachaue zu beobachten, auf eine ausreichende Fluchtdistanz zum Menschen achten. Ohne Fütterung ist das Nahrungsangebot des Erlensees für eine größere Gänsepopulation stark eingeschränkt und dem der angrenzenden Auenlandschaft weit unterlegen. Die jetzt vorgesehene Dezimierung aus "Hygienegründen" kann allenfalls kurzzeitig für "saubere" Seeufern sorgen. In der nächsten, spätestens übernächsten Badesaison wird dann der momentane Disput erneut aufleben.
Evelin und Willi Benz




Mittwoch, 3. Juli 2013

Der Juni an der Landbachaue

Gegenüber dem Mai brachte der Juni anfangs keine Wetterbesserung, so dass der Storchennachwuchs weiter unter der Nässe und den zu niedrigen Temperaturen litt. Von Anfang an war zu erkennen, dass zwischen allen drei Küken ein merklicher Größenunterschied bestand. Das dritte und viel kleinere Küken war letztmals noch in der ersten Juniwoche zu sichten, danach nicht mehr. Mitte Juni stand dann fest, dass dieser kleine Storch nicht überlebt hatte und wohl der Unterkühlung zum Opfer gefallen war.

Das nasse Frühjahr hatte den Vorteil, dass im Juni das Nahrungsangebot für die Störche und ihren Nachwuchs ausgesprochen gut war. Hauptsächlich Regenwürmer wurden in der ersten Monatshälfte von den Storcheneltern massenhaft erbeutet und an den Nachwuchs verfüttert. Ab der zweiten Monatshälfte standen dann vermehrt Mäuse und ähnlich große Beute auf dem Speiseplan und sorgten bei den zwei überlebenden Jungstörchen für einen enomen Wachstumsschub, wobei der Größenunterschied aber erhalten blieb.

In der letzten Juniwoche, also im Alter von sechs Wochen, wurden die beiden Jungstörche von Klaus Hillerich (NABU Landesarbeitsgruppe Weißstorch) beringt. Diese nur wenige Minuten dauernde Prozedur, bei der die Jungstörche in eine Starre (Akinese) verfallen, haben die Kleinen unbeschadet überstanden und schon nach kurzer Zeit kehrte wieder der Alltag mit Fütterung, Gefiederpflege, dösen und ab und zu mal die immer länger werdenden Flügel strecken, ein.

Wenn alles nach dem natürlichen Zeitplan verläuft, ist um den 21. Juli mit dem ersten Ausflug der Jungstörche zu rechnen. 

Fotos: Evelin und Willi Benz






Freitag, 31. Mai 2013

Der Mai an der Landbachaue

Fotos: Evelyn un Willi Benz
Nistmaterial wird laufend
herangeschafft
Der viele Regen und vor allem die niedrigen Temperaturen im Mai haben der Storchenfamilie in der Landbachaue einiges abverlangt. Während vielerorts von erheblichen Verlusten bei den diesjährigen Storchenbruten berichtet wird, haben die Elternstörche in der Landbachaue ihren Nachwuchs bisher am Leben erhalten können. Alle ein bis zwei Stunden lösten sich die Storcheneltern auf dem Nest ab. 
Bei Regen deckten sie die Jungen mit ihrem Gefieder ab, in den regenfreien Zeiten stehen die die Eltern auf dem Nest, um Sonne und Luft an den Nachwuchs und vor allem auch das Nest trocknen zu lassen. 



Witterungsschutz scheint den Vorrang zu haben, denn bei Regen setzt sich der ablösende Elternstorch immer sofort auf die Jungen und steht erst nach einer Weile kurz auf, um zu füttern. 
An trockenen Tagen transportierte der männliche Elternstorch ständig neues Polstermaterial zum Nest. Altes und nasses Material wurde dabei aus dem Nest geworfen. 

Bei der Fütterung waren zumeist ein bis zwei Küken zu sehen. Am 30. Mai zeigte sich dann ein drittes Küken, das allerdings um einiges kleiner ist als seine beiden Geschwister. Wir hoffen stark, dass die tapferen Eltern dieses Nesthäkchen auch durchbringen werden.
Für die Wasservögel in der Aue waren die schlechtenWetterbedingungen weniger problematisch. Grau-, Kanada- und Nilgänse segelten mit ihrem Nachwuchs über die Wasserflächen, ebenso einige Blässhuhnfamilien. Allerdings waren, wie im Vorjahr auch, wenige Stockentenfamilien zu sichten. Auch die Höckerschwäne haben ihre lange Brutzeit erfogreich abgeschlossen und führen ihre 6 Junge aus.

Höckerschwanfamilie
Für einige Limikolen (Watvögel) war im Mai in der Landbachaue Zwischenstopp auf ihrer Reise in die Brutgebiete. Zu beobachten waren unter anderem Waldwasserläufer, Bruchwasser- und Kampfläufer, Rot- und Grünschenkel und vereinzelt auch die scheue Bekassine (NABU-Vogel des Jahres 2013). Auch ein Paar Rostgänse, eher in Osteuropa beheimat und bei uns den Neozoen zugeordnet, schaute für ein paar Tage vorbei. Am auffälligsten war allerdings ein Säbelschnäbler, der durch seine markante schwarzweiße Färbung und seine beträchtliche Größe nicht zu übersehen war und in der Landbachaue etwas exotisch wirkte. 
Blässhuhnfamilie
Nilgansfamilie
Säbelschnäbler

Dienstag, 21. Mai 2013

Storchenküken gesichtet

Foto: Evelin und Willi Benz
Genau eine Woche nach dem Schlüpfen lassen sich die Storchenküken in der Landbachaue bei ihrer Fütterung bereits für kurze Augenblicke beobachten. Wie viele es sind steht noch nicht fest. Es sind aber zumindest zwei, die sich gleichzeitig zeigen.

Sorge bereitet die derzeitige Witterung mit viel Regen und den zu niedrigen Temperaturen. Wenn sich dabei die Nässe im Nest staut, kann es zur Unterkühlung der Kleinen kommen, die dann zu ihrem Tod führen kann. Bleibt momentan nur übrig, auf baldiges Schönwetter zu hoffen. 

Montag, 20. Mai 2013

Drei Jungstörche in Fähnlein

Foto: Rudolf Boehm 

An der Gänsweide in Hähnlein sind 3 junge Störche im Nest, ca. 10 Tage alt.
Auf der abgebrochenen Pappel in der Fasanenlache wird offensichtlich noch gebrütet.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Storchenküken geschlüpft

Fotos: Evelyn u. Willi Benz 
Storchenhorst an der Landbachaue
Am 14. Mai, also 34 Tage nach Brutbeginn, war erstmals zu beobachten, dass in das eher eintönige Brutgeschäft der Störche endlich Leben kommt. Der gerade auf dem Nest sitzende Storch stand in kurzen Zeitabständen immer wieder auf, um vorsichtig im Nest zu stochern. Dies kam zwar auch während der Brutzeit immer wieder vor und diente dem Drehen der Eier. 

Zwei Tage später war dann eindeutig erkennbar, dass die Elternstörche füttern. Es werden aber noch ein paar Tage vergehen, bis die Storchenküken über den Nestrand zu sehen sind. 
Kanadagänse


Einfacher ist es bei den Kanadagänsen in der Nachbarschaft. Hier sind am 15. Mai vier Küken geschlüpft und haben sich sofort mit ihren stolzen Eltern auf eine erste Kreuzfahrt durch die Landbachaue begeben.

Mittwoch, 1. Mai 2013

Der April an der Landbachaue



Ab Mitte April wurde es endlich wärmer und Niederschläge sorgten dafür, dass den Störchen ihre Lieblingsspeise, Regenwürmer, ausreichend zur Verfügung stand.

Interessant war die Beobachtung, dass sich das Storchenpaar zu Beginn des Brutgeschäfts zwei- bis dreimal in der Stunde auf dem Nest abwechselte. Dies hatte sich nach ein paar Tagen geändert und zwei Wochen nach Brutbeginn lösen sich die Störche dann frühestens nach zwei bis drei Stunden beim Brüten ab.

Ihre Freischichten verbringen die Stöche jeweils mit der Nahrungssuche. Das Weibchen ist auch mal bei einem ausgiebigen Bad in den naheliegenden Wasserflächen der Aue zu beobachten, während das Männchen in seiner Freizeit gerne zu einem Höhenflug in der Thermik startet. Eventuelle Parallelen zu menschlichem Verhalten sind hierzu selbstverständlich auszuschließen!

Die immer wieder in der Landbachaue auftauchenden Fremdstörche lösen regelmäßig Alarm bei dem Brutpaar aus. Der gerade nicht brütende Storch fliegt dann auf direktem Weg das Nest an und mit gemeinsamem Abwehrklappern auf dem Nest stehend verteidigt das Paar dann sein Territorium. Wird dann die Vertreibung allzu neugieriger Fremdlinge notwendig, wird dies nach unserer Beobachtung ausschließlich vom männlichen Storch übernommen, während das Weibchen Nest und Gelege beschützt. Anders verhält es sich bei den das Nestgebiet überfliegenden Gänsen und auch Kranichen, die letztmals am 22. April in der Landbachaue beobachtet werden konnten. Diese Vögel werden trotz ihrer Größe von den Störchen offensichtlich nicht als Bedrohung angesehen und einfach ignoriert. 
Fotos: Evelyn und Willi Benz
Mitte Mai ist mit dem Schlüpfen der Storchenküken zu rechnen. Etwa zeitgleich müsste sich der Nachwuchs bei den in der Nähe brütenden Höckerschwänen und einem Kanadaganspaar einstellen. Die Graugänse im Gebiet sind etwas früher dran und führen schon seit Mitte April stolz ihren Nachwuchs vor. 
Graugänse mit Nachwuchs
Höckerschwan auf dem Nest

Kanadagans auf dem Nest

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