Sonntag, 30. November 2014

Der November in der Landbachaue

01 Mäusebussard
Fotos: Willi Benz – Mäusebussard
Anfang November trafen erste Wintergäste aus dem osteuropäischen Raum in der Landbachaue ein: Mäusebussarde, überwiegend heller gefärbt als ihre bei uns heimischen Verwandten sowie Saatkrähen, in der Gesellschaft von blauäugigen Dohlen.
02 Saatkrähen
Saatkrähen
03 Dohlen
Dohlen
Die im Oktober von Jägern aufgestellten Tarnzelte und der Jagdbetrieb rund um die Landbachaue haben im gesamten November für eine nachhaltige Vergrämung der Wasservögel gesorgt. Dies ist umso tragischer, da die Vogelwelt in dieser Jahreszeit ihre Energiereserven für den kommenden Winter mit dem spärlicher werdenden Nahrungsangebot auffüllen muss und durch die Vertreibung noch zusätzliche Energie verbraucht. Betroffen sind leider auch durchziehende Arten, z. B. Limikolen (Watvögel), die im Spätherbst noch die Landbachaue als Rastplatz nutzen.
04 Verödete Wasserfläche
Verödete Wasserfläche
So gab es im November in der Landbachaue nur wenig zu beobachten. Die beiden großen Wasserflächen im Westteil der Aue waren durchweg wie leer gefegt. Lediglich ein einsamer Höckerschwan und einige Zwergtaucher ließen sich von dem Jagdbetrieb weniger stören. Eine flugunfähige Graugans, eine ebenfalls flugunfähige Nilgans und ein Kormoran mit fehlender Handschwinge konnten auf Grund ihrer Behinderungen nicht das Weite suchen und mussten dem Schwan und den Zwergtauchern Gesellschaft leisten. Ob die Behinderungen dieser drei Vögel von Schussverletzungen stammen, ist unbewiesen.
05 Zwergtaucher
Zwergtaucher
06 Invalide Gänse
Invalide Gänse
07 Invalider Kormoran
Invalider Kormoran
Gegen Monatsende wurde das in der Landbachaue zur Landschaftspflege eingesetzte Rote Höhenvieh in den Westteil der Aue eingelassen und nahm sich sogleich der beiden Jäger-Tarnzelte an. Innerhalb von drei Tagen hatten diese Rinder dann die Zelte kurzerhand flachgelegt und so wieder für eine unverbaute Landschaft gesorgt.
08 Rotes Höhenvieh
Rotes Höhenvieh
09 Mission erfüllt
Mission erfüllt
Für die Vogelwelt der Landbachaue war der November ein bitterer Monat, insbesonderd im Vergleich zum Vorjahr 2013, als der Jagdbetrieb erheblich schwächer war. Zum Vergleich die Beobachtungen vom November 2013: http://bickenbacher-storch.blogspot.de/2013/12/landbachaue-im-november.html

Freitag, 31. Oktober 2014

Der Oktober in der Landbachaue


 

01 Sonnenbad
Sonnenbad
02 Kanada- und Nonnengänse
Kanada- und Nonnengänse
04 Kormoran und Alpenstrandläufer
Kormoran und Alpenstrandläufer
03 Rastende Kiebitze
Rastende Kiebitze
05 Aufgeschreckte Wasservögel
Aufgeschreckte Wasservögel
06 Eisvogel
Eisvogel
07 Kormoran mit Beute
Kormoran mit Beute
08 Rotmilan
Rotmilan
09 Jagender Turmfalke
Jagender Turmfalke
10 Junger Mäusebussard
Junger Mäusebussard
11 Krähenangriff auf Mäusebussard
Krähenangriff auf Mäusebussard
12 Admiral
Admiral
13 C-Falter
C-Falter
14 Porträt junge Zauneidechse
Porträt einer jungen Zauneidechse
15 Teichmolch
Teichmolch
Die sonnigen Tage des ebenfalls zu warmen Oktobers nutzten vor allem die Gänse und Enten zu ausgiebigen Sonnenbädern. Neben zahlreichen Grau- und Nilgänsen waren nur wenige Kanadagänse zu sehen, die dann meist noch vereinzelte Weißwangengänse (Nonnengänse) im Schlepptau hatten. Selbst einige durchziehende Saatgänse mischten sich für eine kurze Zeit unter das Gänsevolk.
Bei den Enten waren die jetzt im Oktober durchgemauserten Stockenten klar in der Überzahl, erhielten im Lauf des Monats aber merkliche Verstärkung durch immer mehr Krickenten, deren Wechsel ins Prachtkleid noch nicht abgeschlossen ist. Vereinzelt durchziehende Knäk- und Pfeifenten machten im Oktober nur kurz Station in der Aue.
Durchziehende Limikolen (Watvögel) wie Grünschenkel, Waldwasserläufer, Alpenstrandläufer und Kiebitze waren öfter zu beobachten, ließen sich aber, ebenso wie die Bekassinen, von denen an einem Tag vier Exemplare zu sehen waren, kaum oder nur schwer fotografieren.
Mit dem Aufbau von zwei Jäger-Tarnzelten im westlichen Teil der Landbachaue war dann leider schlagartig Schluss mit dem regen Treiben der Wasservögel und den bisherigen Beobachtungen. Siehe auchhttp://nabu-seeheim.de/?p=15945 Selbst die sonst ständig beim Fischen zu beobachtenden Eisvögel und Kormorane waren dann kaum noch zu sehen und die bis Ende Oktober auf mindestens 20 Exemplare angewachsene Silberreiherpopulation hatte ihre Nahrungssuche überwiegend auf Grünlandflächen außerhalb der Landbachaue verlagert.
Auch im Oktober waren in der Aue häufig Greifvögel zu beobachten. Neben dem in kleineren Trupps durchziehenden Rotmilan auch Sperber, Wanderfalke und Turmfalke, insbesondere aber Mäusebussarde, die – wie gewohnt – häufig von Rabenkrähen attackiert wurden. Der Versuch eines Bussards, durch eine Landung im Gelände die schwarzen Peiniger abzuschütteln brachte nur wenig Erfolg, denn der gelandete Greif wurde anschließend von den Krähen mit Steinen bombardiert.
Der warme Oktober begünstigte auch die Beobachtung von Libellen (hauptsächlich Mosaikjungfern und Heidelibellen) und Schmetterlingen wie dem Admiral in größerer Anzahl und auch ein C-Falter (wohl die 3. Generation dieses Falters) ließ sich fotografieren. Auch die jungen Zauneidechsen nutzten noch die Oktobersonne für ihre notwendige Verdauung und ein junger Teichmolch (zumindest unsere Erstentdeckung in der Landbachaue) war am Monatsende noch unterwegs und hatte offensichtlich noch keine Lust auf den eigenlich fälligen Überwinterungsschlaf.

Dienstag, 30. September 2014

Der September in der Landbachaue

01 Brutpaar
Fotos: Willi Benz – Brutpaar
Da die Jungstörche ja im August  ihre Reise in den Süden angetreten hatten, war im September in der Landbachaue nur noch das Brutpaar zu beobachten, das stets gemeinsam vorwiegend auf den gemähten Grünflächen und den abgeernteten Ackerflächen in der Umgebung der Aue auf Nahrungssuche war. An den schönen Tagen wurden die Wasserflächen der Aue gerne zu einem Bad aufgesucht, mit anschließender Gefiederpflege in der Sonne.
Spätestens bei Dämmerungsbeginn flog das Storchenpaar gemeinsam sein Nest an. Vereinzelt wurden die Störche durch den im September stärker einsetzenden Jagdbetrieb in der Umgebung des Nestes aufgeschreckt und flogen dann vom Nest ab. Neue Schlafplätze wurden dann stets im ehemaligen Nestgebiet der Jahre 2011 und 2012 gesucht. Dabei war, wie bereits im Vorjahr 2013, zu beobachten, dass die Störche bei schwindendem Licht erhebliche Schwierigkeiten bei der Landung auf einem als Schlafplatz geeigneten Ast hatten. Wir schließen daraus, dass die Nachtsichtigkeit der Weißstörche relativ gering sein muss, im Gegensatz z. B. zu den Graureihern, die oft noch nach Einbruch der Dunkelheit in der Luft unterwegs sind.
Letztmals wurde das Storchenpaar am 19. September in der Landbachaue beobachtet. Seine Abreise in den Süden fällt damit fast genau auf den Zeitpunkt des Vorjahres (21. September). Bleibt jetzt auf eine glückliche Rückkehr im kommenden Frühjahr zu hoffen.
Ebenfalls wieder abgezogen ist der kleine Seidenreiher, der sich ab Mitte August fünf Wochen lang in der Landbachaue aufhielt. Ersatz war aber schnell vor Ort: Bis Ende September konnten in der Aue zehn Silberreiher an ihrem abendlichen Schlafplatz gezählt werden und sicherlich wird sich die Anzahl dieser Überwinterungsgäste in den nächsten Wochen weiter erhöhen.
Ein Großteil der ziehenden Singvögel hatte schon im August ihre Abreise abgetreten, bis Ende September gab’s trotzdem noch einige Nachzügler wie z. B. Schwarzkehlchen, Grauschnäpper, Singdrossel, Bachstelze, Zilpzalp und Rauchschwalbe (wahrscheinlich „Durchzieher“ aus dem Norden) zu sehen.
Trotz dem statistisch zu warmem September bereitete sich heimische Fauna schon sichtlich auf den Winter vor. Der Stieglitz machte seinem Alias „Distelfink“ alle Ehre und erntete in größeren Schwärmen die Distelsamen ab, die jungen Zauneidechsen, deren Eltern mittlerweile schon ihre Winterquartiere aufgesucht haben, waren eifrig hinter Insekten her und die im September oft bei ihrer Jagd zu sehenden Ringelnattern wiesen schon durchweg einen stattlichen Bauchumfang auf. Häufig zu sehen waren auch die Paarungsräder der Libellen, überwiegend Mosaikjungern und Heidelibellen.

Highlights des Septembers waren auch, dass sich die scheue Bekassine wieder einmal ordentlich zeigte sowie ein Wildschwein, das die westliche Wasserfläche der Aue durchschwamm und danach so dicht vor der Fotolinse auftauchte, dass alle Aufnahmen verwackelt wurden. Wir schieben dieses Verwackeln selbstverständlich auf das von dem heran galoppierenden Schwarzkittel verursachten Beben der Erde und nicht etwa auf zitternde Fotografenhände.

Mittwoch, 3. September 2014

Der August in der Landbachaue

Ab Anfang August trafen zusehends mehr Weißstörche, durchweg die sich zur Abreise versammelnden Jungstörche aus der weiteren Region, in der Landbachaue ein, um hier und auf den umliegenden abgeernteten Feldern nach Nahrung zu suchen. Für das Brutpaar in der Aue durchaus ungebetene Gäste, die bei Dämmerungsbeginn nach einem Schlafplatz suchten und dabei oft das Nest des Brutpaares anflogen und dann mit Drohgebärden und Schnabelhieben der Hausherren vertrieben werden mussten. Den Fremdlingen blieb dann nur übrig, sich einen Platz auf den Bäumen der Aue und auf den Hochspannungsmasten zu suchen, wobei die Baumplätze bevorzugt und meist heftig umkämpft waren.Am 12. August kreisten über 150 Weißstörche hoch über der Landbachaue und entfernten sich, die offensichtlich gute Thermik nutzend, in Hauptrichtung Süden: Die diesjährige Abreise der Jungstörche.
04  (Hoch-)Spannungsreicher Schlafplatz
(Hoch-)Spannungsreicher Schlafplatz
Der vierte Jungstorch aus der diesjährigen Brut zeigte sich zunächst noch anhänglich und kehrte anfangs August allabendlich noch auf das Nest zurück, um seine Eltern um Futter anzubetteln. Diese Bettelei wurde aber von den Elternstörchen einfach ignoriert, sodass sich dieser Nesthocker nach der ersten Augustwoche auch von seiner Kinderstube verabschiedete.
05 Balanceakt
Balanceakt
Nach der Abreise der Jungstörche wurde es dann für das Brutpaar ruhiger, was auch dringend notwendig ist, denn nach der Aufzucht von vier Jungen – was als Obergrenze für freilebende Weißstörche gilt – und vor der Reise ins Winterquartier sind noch die Energiereserven aufzufüllen und der Mauserprozess abzuschließen. Und auch für die Zweisamkeit bleibt dem Brutpaar jetzt Zeit. So waren gelegentliche Kopulationen, die jetzt in dieser Jahreszeit nicht mehr der Fortpflanzung, sondern der Paarbindung dienen, zu beobachten. Voraus gingen stets Animationen der Störchin, die dann ihren Partner ausdauernd an Hals und Kopf kraulte.
06 Abreise der Jungstörche
Abreise der Jungstörche
Durchziehende Gäste in der Landbachaue waren, wie schon im Vormonat Juli, Waldwasserläufer und Bruchwasserläufer. Verstärkung gab’s im August durch zwei Grünschenkel, einen Rotschenkel, zwei Rostgänse und einen kleinen Seidenreiher, der anfangs häufig von den größeren Graureihern verjagt wurde. Auch die ersten zwei Silberreiher waren zum Monatsende und nach drei Monaten Abwesenheit in die Landbachaue zurück gekehrt.
07 Rast im Zwiebelfeld
Rast im Zwiebelfeld
Auch im August zu beobachten waren Rotfüchse auf erfolgreicher Mäusejagd bzw. einer erfolglosen Entenjagd. Und endlich zeigte sich auch mal, wenn auch nur für drei Sekunden, eine der extrem scheuen Wasserrallen, von der es in der Landbachaue mindestens fünf Reviere gibt.
08 Animation
Animation
01 Nahrungssuche
Nahrungssuche
02 Jungstorch
Jungstorch
09 Kopulation
Kopulation
10 Eisvogel und Graureiher
Eisvogel und Graureiher
11 Seidenreiher
Seidenreiher
12 Verwandte
Verwandte
13 Rotfuchs
Rotfuchs
14 Wasserralle
Wasserralle
15 Auenabend
Auenabend

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