Freitag, 31. März 2017

Der März in der Landbachaue

Im März blieb die Wasservogelpopulation in der Landbachaue überschaubar. Der Graugansbestand pegelte sich bei ca. 50 Vögeln ein, Kanada- und Nilgänse blieben an den meisten Tagen im einstelligen Bereich. Auch von den Stockenten waren meist nur wenige Vögel zu sichten und die bis zu 20 in der Aue überwinternden Krickenten werden im April zu ihren Brutgebieten abreisen. Kurzzeitige Gäste waren im März einige Löffelenten, die ihren Namen dem recht gewaltigen Schnabel verdanken und auch einige Paare der hübsch gefärbten Pfeifenten.
Auch Watvögel machten sich im März rar. Bis auf einen einsamen Waldwasserläufer, der den ganzen Winter über zu sehen war, konnten lediglich eine Bekassine und ein einzelner Flussregenpfeifer beobachtet werden. Kiebitzbeobachtungen gab es über den gesamten März leider keine.
Spannender war es im März bei der Rückkehr der Singvögel aus dem Winterquartier. Vor allem Zilpzalp (Weidenläubsänger) und Singdrossel kamen in größerer Anzahl in der Landbachaue und waren nicht mehr zu überhören. Auch Rohrammern, Schwarz- und Blaukehlchen waren bis zum Monatsende wieder in ihren Brutrevieren in der Aue, während durchziehende Trupps von Feldlerchen und Wiesenpiepern der Landbachaue nur kurze Stippvisiten abstatteten.
Bei den Greifvögeln bekamen die in der Aue ganzjährig sesshaften Mäusebussarde im März wieder Verstärkung durch Schwarzmilane, Rohrweihen und einen weiteren Rotmilan und auch einer der seltenen Fischadler ließ sich bei seiner Beutesuche im Rüttelflug über den Wasserflächen beobachten.
Das im Februar zurückgekehrte Storchenpaar forcierte Anfang März den Ausbau seines reparierten Nest für die anstehende Brutsaison. Gegen Monatsmitte fiel auf, dass der männliche Storch merklich mager wirkte. Auffälligkeiten im Verhalten dieses Storches waren nicht zu erkennen und Nahrungsmangel war auch auszuschließen. Wir führen diesen Gewichtsverlust des Storchs auf den Stress durch die umfangreichen Bauarbeiten  am Nest und die Kräfte zehrende Abwehr und Vertreibung der vielen seit Monatsanfang auftauchenden „Fremdstörche“ zurück.
Am 25. März startete das Storchenpaar mit seiner diesjährigen Brut, der siebten in Folge, das Schlüpfen des Nachwuchses erwarten wir mit Spannung in der letzten Aprilwoche.
01 Krick- und Löffelente
Fotos: Willi Benz – Krick- und Löffelente

02 Pfeifentenerpel
Pfeifentenerpel
03 Waldwasserläufer
Waldwasserläufer
04 Flussregenpfeifer
Flussregenpfeifer
05 Singdrossel
Singdrossel
06 Wiesenpieper
Wiesenpieper
07 Mäusebussard
Mäusebussard
08 Schwarzmilan
Schwarzmilan
09 Rohrweihe
Rohrweihe
10 Fischadler
Fischadler
11 Nestausbau
Nestausbau
12 Kopulation
Kopulation
13 Neuankömmlinge
Neuankömmlinge
14 Eindringling im Anflug
Eindringling im Anflug
15 Entspanntes Brutpaar
Entspanntes Brutpaar

Dienstag, 28. Februar 2017

Der Februar in der Landbachaue


Dienstag, 31. Januar 2017

Der Januar in der Landbachaue

01 Winterliche Auenlandschaft
Fotos: Willi Benz – Winterliche Auenlandschaft
Das frostige Winterwetter des Januars forderte der Tierwelt in der Landbachaue einiges ab. Zur Monatsmitte hatten die stehenden Wasserabschnitte schnell eine geschlossenene Eisdecke und fielen somit als Nahrungsquelle aus. Durch den ab Mitte Januar einsetzenden und im Natura 2000/EU-Vogelschutzgebiet Landbachaue unzulässigen(!) Wintersportbetrieb wurde zudem den Wasservögeln, insbesondere den Gänsen, die bei dieser Witterung dringend notwendigen Rast- und Ruheflächen entzogen.
Stockenten, Krickenten und Pfeifenten wichen notgedrungen in den weniger zugänglichen Innenbereich der Landbachaue aus, um dem Trubel auf den Eisflächen  im westlichen Gebiet weit möglichst zu entgehen. Exotischer Entenbesuch erschien mit dem Auftauchen einer männlichen Mandarinente, die mit ihrer Farbenvielfalt für einen nicht übersehbaren Farbtupfer in der Aue sorgte. Für die Gänse, die auf offene und frei überschaubare Rast- und Ruheflächen angewiesen sind, blieb in der zweiten Januarhälfte in der Landbachaue kein Raum mehr.
Die gefrorenen Böden und die vereisten Wasserflächen zwangen die Grau- und Silbereiher zur Nahrungssuche in den eisfreien Bachabschnitten; ebenso erging es den Eisvögeln, die sogar die kanalisierten Bachabschnitte auf der wenig erfolgreichen Suche nach Beute abflogen. Länger anhaltende Frostperioden können bei diesen Vogelarten leicht zu einem Zusammenbrechen von lokalen Populationen führen.
Auch die Nutria der Landbachaue hatten ihren Kampf mit dem Januarwetter. Auf ständige Nahrungszufuhr angewiesen, machten sie sich sogar über die Blätter und selbst die dornigen Stiele der Brombeerhecken her. Auch diese, ursprünglich aus Südamerika stammende Nagerart wird durch frostige Witterung oft stark dezimiert.
Erfreulich waren im Januar die mehrfachen Sichtungen von Bekassinen, die mit ihren langen Schnäbeln an den eisfreien Bachrändern nach Nahrung stocherten. Ein guter Jahresanfang und begründete Hoffnung, dass sich diese stark gefährdete Schnepfenart dauerhaft in der Landbachaue etablieren wird.
Ebenso erfreulich war die Beobachtung einer weiblichen Kornweihe, die den heimischen Turmfalken, Sperbern und Mäusebussarden für ein paar Tage Gesellschaft leistete und bei ihren Suchflügen dicht über dem Boden atemberaubende Flugmanöver zeigte.
02 Rastende Wasservögel vor dem Wintersportbetrieb
Rastende Wasservögel vor dem Wintersportbetrieb
03 Größenvergleich Stock- und Krickente
Größenvergleich Stock- und Krickente
04 Krickente (Erpel)
Krickente (Erpel)
05 Mandarinente
Mandarinente
06 Silberreiher auf Nahrungssuche
Silberreiher auf Nahrungssuche
07 Silberreiher mit Schmuckfedern
Silberreiher mit Schmuckfedern
08 Harte Zeit für Graureiher
Harte Zeit für Graureiher
09 Eisvogel am Kanal
Eisvogel am Kanal
10 Nutria im Schneetreiben
Nutria im Schneetreiben
11 Nutria an Brombeere
Nutria an Brombeere
12 Bekassine
Bekassine
13 Weibliche Kornweihe
Weibliche Kornweihe
14 Sperber auf Ansitz
Sperber auf Ansitz
15 Rastender Mäusebussard
Rastender Mäusebussard

Samstag, 31. Dezember 2016

Der Dezember in der Landbachaue

Fotos: Willi Benz - Graugänse zu Monatsbeginn
Fotos: Willi Benz – Graugänse zu Monatsbeginn
02 Stockentenpaar auf Eis
Stockentenpaar auf Eis
03 Buntspecht
Buntspecht
04 Grünspecht
Grünspecht
05 Eisvögel
Eisvögel
06 Wasserralle
Wasserralle
07 Rotkehlchen
Rotkehlchen
08 Stieglitz im Raureif
Stieglitz im Raureif
09 Wacholderdrossel
Wacholderdrossel
10 Lachmöwen
Lachmöwen
11 Turmfalke mit Beute
Turmfalke mit Beute
12 Nutria im Winterfell
Nutria im Winterfell
13 Rehbock
Rehbock
14 Bekassine im Nebel
Bei einer am 12. Dezember tot auf der westlichen Wasserfläche treibenden Graugans wurde vom Hessischen Landeslabor in Gießen und auch dem Friedrich-Loeffler-Institut (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) in Riems das Vogelgrippevirus H5N8 nachgewiesen. Dies blieb bisher der einzige Fund eines toten Vogels im Gebiet, die übrigen Wasservögel (Enten, Zwergtaucher usw.) zeigen sich weiterhin gesund und munter. Rätselhaft ist allerdings, dass seit dem Tag nach dem Fund keine Graugänse und – bis auf wenige Ausnahmen auch keine Nilgänse – mehr in der Landbachaue zu sichten sind. Auch auf den angrenzenden Ackerflächen, die sonst ständig von von den Graugänsen zur Nahrungssuche aufgesucht wurden, waren bis Monatsende keine Gänse zu beobachten. Für einen Zusammenhang dieses Verschwindens mit der aufgefundenen infizierten Graugans gibt es keinerlei bekannte Erklärung.
Aber auch ohne Gänse gab es im Dezember in der Landbachaue einiges zu beobachten. In den unbelaubten Büschen und Bäumen gut sichtbar waren Bunt- und Grünspecht und an den Wasserflächen konnten an manchen Tagen bis zu vier Eisvögel gleichzeitig gezählt werden. Ebenso gut sichtbar waren im Dezember die Wasserrallen, die sich in den übrigen Monaten weitaus seltener blicken lassen. Bei den Schwärmen von Stieglitzen und Wacholderdrosseln fiel auf, dass die Individuenzahl dieser Schwärme geringer als in den Vorjahren war; auch gut zu sehen bei den Ringeltauben, bei den die größten Schwärme nur noch ca. 30 Vögel aufwiesen – in den Vorjahren gab es durchweg Schwarmstärken von mehreren hundert Vögeln.
Auch im Dezember ständig zu sehen waren die Nutria, reine Vegetarier, die keinen Winterschlaf halten und  für die kalte Jahreszeit in ihr dickeres Winterfell gewechselt sind. Bei längeren Frostperioden können die Bestände dieses Nagers, der ursprünglich aus Südamerika stammt, stark zusammenbrechen. Letztmals war dies in der Landbachaue im Winter 2011/2012 der Fall. Weniger witterungsabhängig ist hingegen das Rehwild, das im Dezember nahezu täglich in der Aue und deren Ränder zu sichten war.
Am vorletzten Dezembertag zeigte sich nochmals eine nahrungssuchende Bekassine im dichten Nebel der Landbachaue. Ein erneutes Zeichen, dass dieses Habitat für die gefährdeten Schnepfenvögel durchaus attraktiv ist. Insgesamt konnten in 2016 häufiger und mehr Bekassinen als in den Vorjahren gezählt werden, was leider immer noch fehlt ist der Nachweis für eine erfolgreiche Brut.

Dieses Blog durchsuchen

Blog-Archiv